
OttawaDer weltweit von hunderten Millionen Menschen genutzte Messenger-Dienst WhatsApp verstößt nach Ansicht kanadischer und niederländischer Aufsichtsbehörden gegen Datenschutzbestimmungen.
Wer Whatsapp nutzt, dessen Handy-Adressbuch wird gnadenlos durchforstet. Die Mobilfunknummern werden von der App eingelesen.
Durch die Offenlegung der Handy-Nummern weiß auch der eigene Hausmeister, wenn auch er Whatsapp installiert hat und im Handy-Adressbuch – eigentlich nur für Notfälle – hinterlegt ist, dass man selbst die App nutzt.
Für jeden App-Nutzer ist einsehbar, wann die Kontakte das letzte Mal Whatsapp genutzt haben. Es kommt vor, dass darüber Mütter kontrollieren, ob ihre Babysitter zu Hause noch wach sind – denn die verdaddeln die Zeit oft genug mit Whatsapp.
Bereits mehrfach ist nachgewiesen worden, dass Whatsapp-Nutzerkonten relativ leicht gekapert werden können. Dazu reicht in vielen Fällen die Handynummer des Nutzers und die Seriennummer (IMEI) seines Smartphones aus.
Datenschützer haben in der Vergangenheit kritisiert, dass die Übertragung der Handy-Nummern aus den Adressbüchern der Nutzer unverschlüsselt erfolgt.
Der im US-Bundestaat Kalifornien ansässige Anbieter habe gegen mehrere internationale Bestimmungen verstoßen, vor allem bei der Speicherung, dem Schutz und der Veröffentlichung von Personendaten, teilten die Datenschutzbehörden der beiden Länder am Montag mit. WhatsApp habe zwar bereits auf Kritik reagiert und in vielen Punkten Gegenmaßnahmen ergriffen. Das Unternehmen müsse jedoch sämtliche Datenschutzanforderungen erfüllen.
Die Datenschützer bemängelten unter anderem, dass Smartphone-Nutzer bei der Nutzung von WhatsApp dem Messenger-Dienst in der Regel ihr komplettes Adressbuch offenlegen müssen. In Kanada und den Niederlanden stelle dies einen Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen dar. Die niederländische Behörde drohte dem Anbieter bei fortgesetzten Verstößen mit rechtlichen Konsequenzen, die kanadischen Aufseher haben dagegen keine juristische Handhabe.
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