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30.04.2007 
„Direktvertrieb ist keine Religion“

Michael Dell ruft Revolution aus

Michael Dell, 42, der Chef des US-Computerherstellers Dell, hat das Geschäftsmodell seines Konzerns in Frage gestellt. Dell fertigt jeden Computer erst auf Bestellung und liefert am Handel vorbei direkt an den Endkunden. Bisher galt dieses Modell des Direktvertriebs im Konzern als unantastbar.

Sinkende Umsätze lassen Michael Dell nach neuen Vertriebswegen suchen. Foto: dpaLupe

Sinkende Umsätze lassen Michael Dell nach neuen Vertriebswegen suchen. Foto: dpa

iw DÜSSELDORF. „Der Direktvertrieb war eine Revolution, aber er ist keine Religion“, schreibt Dell in einer Mitteilung an seine 80 000 Mitarbeiter. Bisher hatte Dell alle Zweifel am Direktvertrieb zurückgewiesen.

Michael Dell hatte sein Unternehmen 1984 mit 19 gegründet, sein Studium abgebrochen und wurde mit seiner Geschäftsidee vielfacher Milliardär. Dell fertigte jeden Computer erst auf Bestellung und lieferte am Handel vorbei direkt an den Endkunden. Zudem minimierte Dell mit seiner hyper-rationalisierten Lieferkette das Risiko, Rechner unter Einkaufspreis der Einzelteile verkaufen zu müssen. Die PC-Branche zeichnet sich durch ständige Evolution der Prozessoren und damit einhergehenden rapiden Preisverfall aus.

Seit einiger Zeit aber kämpft Dell mit sinkenden Umsätzen. 2006 ging die Position als größter PC-Bauer der Welt an HP verloren. Im Januar 2007 übernahm Michael Dell wieder die operative Führung des Unternehmens, die er 2004 an Kevin Rolls abgegeben hatte. Rollins musste gehen. Michael Dell sucht nun offen nach anderen Vertriebswegen und fordert alle Mitarbeiter zu neuem Denken auf.

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