Michael Jackson
King of Pop: Ein Tod, der Millionen bewegt

Der Tod von Michael Jackson hat weit reichende Folgen für die Musikindustrie. Millionen Internet-Nutzer stürmten nach Bekanntwerden der Todesnachricht weltweit die Online-Musikplattformen und die CD-Läden, Jacksons Plattenfirma Sony muss CDs nachproduzieren. Dem Konzertveranstalter, der das geplante Comeback des Popstars promotet hatte, drohen dagegen gigantische Verluste.

HB DÜSSELDORF. Der Tod von Michael Jackson hat einen Ansturm der Fans ausgelöst. Beim Internet-Versender Amazon belegten Lieder des „King of Pop“ am Freitag die ersten 15 Plätze. Nummer eins war dabei das zum 25-jährigen Jubiläum neu aufgelegte „Thriller“-Album aus dem Jahr 1982. Auf Platz zwei folgte die 1979 erschienene Platte „Off the Wall“ vor dem Album „Bad“ von 1987. Auf Platz zehn rangierte sein letztes Studioalbum „Invincible“ aus dem Jahr 2001. Bei den übrigen Alben handelt es sich überwiegend um verschiedene Zusammenstellungen seiner Solo-Hits oder seiner Arbeit mit den Jackson 5.

Auch am Nachmitag hielt der Jackson-Boom in den Online-Plattenläden weiter an, im deutschen iTunes-Store belegte der Künstler sechs der Top-Zehn-Plätze der Album-Charts, darunter die Plätze eins bis drei. Der Verkaufsschlager hier: Die Compilation „King of Pop“ von 2008, gefolgt von zwei „Thriller“-Versionen.

Jackson war am Donnerstag im Alter von 50 Jahren in Los Angeles gestorben. Er gilt als der erfolgreichste Sänger aller Zeiten.

Auch in Plattenläden stürmten Jackson-Fans nach der Todesnachricht. Tower Records Japan etwa richtete laut Finanznachrichtenagentur Bloomberg in den Geschäften eigens mit Jackson-Hits bestückte Regale her. Einige Jackson-DVDs seien schnell ausverkauft gewesen, sagte ein Tower-Records-Sprecher.

Der japanische Musikkonzern Sony, der die Rechte an Jacksons Musik hält, verzeichnete eine Flut „unerwarteter“ Bestellungen, wie Bloomberg berichtet. Angesichts von 150 000 CD-Bestellungen müsse man darüber nachdenken, die Produktion zu erhöhen, sagte ein Sony-Sprecher.

Konzernchef Howard Stringer zeigte sich tief betroffen vom Tod Jacksons. Er würdigte den Popstar als „brillanten Sänger“ und „Genie“. Im Namen der „gesamten Sony-Familie“ wolle er Angehörigen und Fans sein „tiefstes Beileid aussprechen“. Jackson habe mit seiner Kunst und Anziehungskraft die Musik-Landschaft für immer verändert. Sony-Manager Edgar Berger sagte, um Jackson zu beschreiben, sei der Begriff Superstar überhaupt erst geprägt worden. „Er ist der King of Pop“. Die Musikwelt habe eine Ikone verloren.

Sony-Aktien fielen am Freitag in Tokio leicht um 0,6 Prozent auf 2500 Yen, der Nikkei-Index um 0,8 Prozent. Der Musikkonzern hatte geplant, für Anfang Juli fünf Jackson-CD-Pakete auf den Markt zu bringen, darunter „Thriller“ und „Bad“.

Jackson befand sich vor seinem Tod mitten in den Proben für ein Comeback. Dazu waren 50 Konzerte in der 20 000 Menschen fassenden O2-Arena in London geplant gewesen.

Dem Konzertveranstalter AEG Live droht nun ein gigantischer Verlust. Für die 50 geplanten und fast komplett ausverkauften Konzerte wurden rund 750 000 Tickets abgesetzt, das Umsatzvolumen soll nach Branchenschätzungen bei 85 Mio. Dollar liegen.

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