Michael Jaffé
Insolvenzverwalter von Qimonda verklagt Infineon

Das Management des Chipherstellers Infineon soll bei der Abspaltung der Ex-Tochter Qimonda Fehler gemacht haben. Deshalb hat Insolvenzverwalter Michael Jaffé Klage beim Landgericht München eingereicht. Die Börse nahm die Klage am gestrigen Donnerstag gelassen auf.
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MÜNCHEN. Den Halbleiterkonzern Infineon holt die eigene, unrühmliche Vergangenheit ein. Im Frühjahr 2009 ist die ehemalige Speicherchip-Tochter Qimonda pleitegegangen. Nun wirft Qimonda-Insolvenzverwalter Michael Jaffé dem Infineon-Management vor, Fehler bei der Abspaltung gemacht zu haben. Deshalb hat der Jurist Klage beim Landgericht München eingereicht.

Infineon teilte am Donnerstag mit, das Risiko einer Niederlage vor Gericht sei gering. Deshalb würde sich Europas zweitgrößter Chipanbieter - falls nötig - durch alle Instanzen gegen die Vorwürfe zur Wehr setzen. Rückstellungen würden vorerst nur gebildet, um die Prozesskosten zu decken.

Ein Sprecher Jaffés sagte, der Insolvenzverwalter sei verpflichtet, das Maximum für die Gläubiger herauszuholen. Zu der Klage selbst wollte er sich nicht äußern.

Jaffé wirft Infineon vor, bei der Ausgliederung des Speichergeschäfts im Jahr 2006 gepfuscht zu haben. Der Hintergrund: Der Konzern hatte bereits 2004 eine Firma gegründet, in die eines Tages der sogenannte Dram-Bereich eingebracht werden sollte. Das Eigenkapital: 50 000 Euro. Allerdings hat es im Anschluss länger gedauert als geplant, die Speicher tatsächlich abzuspalten - erst 2006 ging Qimonda tatsächlich an den Start. Nun hätte Infineon vom Gericht erneut prüfen lassen müssen, ob die 50 000 Euro tatsächlich noch vorhanden seien, argumentiert Jaffé. Dies habe der Konzern aber versäumt. Dadurch sei das tatsächliche Gesellschaftsvermögen von Qimonda niedriger als das Grundkapital ausgefallen. Sollte sich Jaffé durchsetzen, müsste Infineon am Ende des Insolvenzverfahrens für die Differenz zwischen Masseerlös und Gläubigerforderungen geradestehen.

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