Microsoft-Chef Nadella in Deutschland Windows 10 wird „Sprung in eine neue Generation“

Auf seinem ersten Deutschland-Besuch als Chef des Softwarekonzerns Microsoft zog es Satya Nadella an die Uni. An der Technischen Universität Berlin stellte er sich vor Studenten den Fragen eines Professors.
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Microsoft-Chef Satya Nadella in Deutschland: „Windows 10 ist ein fundamentaler Sprung in eine neue Generation“: Quelle: dpa

Microsoft-Chef Satya Nadella in Deutschland: „Windows 10 ist ein fundamentaler Sprung in eine neue Generation“:

(Foto: dpa)

BerlinMicrosoft will mit dem Betriebssystem Windows 10 einen Neuanfang starten. „Windows 10 ist nicht einfach ein neues Betriebssystem, sondern ein fundamentaler Sprung in eine neue Generation“, sagte Microsoft-Chef Satya Nadella am Dienstag in Berlin.

Windows 10 soll kommendes Jahr auf den Markt kommen und sowohl auf Tablets als auch auf Computern und Smartphones laufen. Auch für die vernetzten Gegenstände im „Internet der Dinge“ soll das Betriebssystem die geeignete Plattform bieten. Es gehe nicht darum, auf allen Geräten eine einheitliche Oberfläche zu bieten, sondern vor allem darum, eine jeweils angepasste Nutzung zu ermöglichen.

Es ist Nadellas erste Deutschlandreise als Microsoft-Chef. An der Technischen Universität (TU) Berlin stellte er sich vor rund 1200 Studenten den Fragen von Manfred Hauswirth, Professor an der TU, Chef von Fraunhofer Focus und Spezialist für offene Computer-Systeme. Ursprünglich hieß es, Nadella wolle eine Rede über die Chancen des digitalen Wandels für Gesellschaft, Wirtschaft und die Menschen halten.

Im Gespräch mit Hauswirth sagte Nadella, er sei eine Leseratte. Er sei schon immer interessiert an Büchern aller Art gewesen und lese auch gerne fachfremde Literatur. Dafür die Zeit zu finden, sei kein Problem, erläuterte er. „Wenn Du liebst, was du machts, findest du auch immer Zeit dafür“, sagte Nadella. Schwierig werde es, wenn man seine Aufgabe lediglich als Arbeit begreife.

Vor den rund 1200 Studenten der TU betonte Nadella, wie wichtig neue Impulse junger Menschen für Unternehmen wie Microsoft seien. Fünf Prozent der Belegschaft komme jedes Jahr über die Unis oder das College zu Microsoft. Mit Wettbewerben wie dem Imagine Cup sei Microsoft stets auf der Suche nach frischen Ideen.

„Unsere Industrie respektiert nur Innovation“

So sieht das neue Windows 10 aus
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Auf 8 folgt 10: Microsoft überspringt bei der Benennung seines Betriebssystems Windows eine Nummer. Damit wolle der Konzern den großen Entwicklungssprung verdeutlichen, sagte Microsoft-Manager Joe Belfiore bei der Präsentation.

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Windows 10 bekommt ein Startmenü, wie es Nutzer von Windows 7 kennen. Daran docken sich die aus Windows 8 bekannten Apps mit ihren rechteckigen Kacheln an. Sie aktualisieren sich selbständig und zeigen etwa neue E-Mails, Nachrichten oder das aktuelle Wetter an.

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Ein Betriebssystem für alle: Der Kern von Windows 10 soll nicht nur auf PCs laufen, sondern auch auf Tablets, Smartphones und der Xbox. Die Benutzeroberfläche wird an das jeweilige Gerät angepasst. Die finale Version werde Mitte 2015 erscheinen, sagte Microsoft-Manager Terry Myerson.

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Apps aus dem Windows Store werden künftig in Fenstern auf dem Desktop geöffnet – nicht auf der Kacheloberfläche, wie es in Windows 8 der Fall ist. Die zwei unterschiedlichen Oberflächen sorgen derzeit bei vielen Nutzern für Verwirrung. Die App-Fenster lassen sich verschieben, größer oder kleiner machen und mit einem Klick minimieren oder schließen.

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Mit einem Klick bekommen Nutzer einen Überblick, welche Anwendungen gerade laufen – ähnlich wie man es beispielsweise von iPhone und iPad kennt.

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Eine Übersicht für die Arbeit, einer für Spiele, einer für private Bankgeschäfte: Mit Windows 10 können Nutzer mehrere Desktops einrichten und ohne großen Aufwand dazwischen hin- und herschalten.

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Tabellen oder Grafiken? Wenn man ein Programmfenster verkleinert, schlägt die Snap-Funktion passende Programme vor, die man daneben öffnen kann.

Deshalb sei er auch so begeistert über Microsofts Akquisition der Entwicklerfirma hinter dem Spiel „Minecraft“. „Meine Tochter findet das richtig cool“, sagte Nadella. Der Softwarekonzern hatte im September die Übernahme des schwedischen Unternehmens Mojang für 2,5 Milliarden Dollar angekündigt. Mojang ist vor allem für sein virtuelles Pixel-Spiel Minecraft bekannt, das besonders bei jungen Nutzern beliebt ist.

„Unsere Industrie respektiert keine Traditionen, sie respektiert nur Innovationen“, sagte Nadella. Es gehe darum, neue Konzepte zu entwickeln. Zahlreiche Erfindungen wie Spracherkennung oder maschinelle Übersetzungen gebe es bereits. Große Unternehmen wie Microsoft hätten die Möglichkeit, die Dinge zusammenzubringen. „Das ist die Art von Innovation, die wir leisten können.“

Anlass seines Berlin-Besuchs war der Auftakt der Entwicklerkonferenz „Technical Summit“. Zu dem Thema „Pure Technology“ (reine Technologie) diskutieren dort rund 750 Entwickler und IT-Spezialisten über neue Software-Lösungen, die Menschen privat und beruflich in ihrer Produktivität stärken können. Microsoft wolle Lösungen für alle Anwender bieten, unabhängig davon, welches Gerät oder welche Plattform sie nutzen, sagte Nadella.

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