Microsoft-Chef Steve Ballmer
Strategiebesprechung im Starbucks

Wenn man Rat sucht, fragt man am besten einen Freund. So auch der scheidende Microsoft-Chef Steve Ballmer: Tipps für den Konzernumbau holte er sich von Ford-Lenker Alan Mulally – an Heiligabend in einem Starbucks-Café.
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DüsseldorfDer scheidende Microsoft-Chef Steve Ballmer wollte den Umbau von Microsoft ursprünglich selbst anführen. Tipps für den Konzernumbau holte er sich von Alan Mulally, Ford-Chef und langjähriger Freund: Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ saßen die beiden Männer an Heiligabend 2012 vier Stunden in einem Starbucks-Café auf der Insel Mercer Island bei Seattle zusammen. Der Auto-Manager berichtete, wie er den Krisenkonzern wieder auf Kurs brachte – verbesserte Zusammenarbeit sowie die Überarbeitung der Marke Ford seien dabei entscheidend gewesen.

Nach dem Gespräch mit Mulally habe er sich entschlossen, die gesamte Microsoft-Strategie zu überarbeiten, sagte Ballmer. Resultat war unter anderem eine große Umstrukturierung unter dem Namen „One Microsoft“, die die Kooperation der Sparten verbessern sollte. Zudem tagte er – erstmals seit Jahren – mit allen Abteilungsleitern gemeinsam.

Doch die Beratung kam zu spät, im August kündigte Ballmer seinen Rücktritt binnen eines Jahres an. Die Verwaltungsräte hätten immer mehr Druck gemacht, die Veränderungen schneller anzugehen, begründete der 57-Jährige gegenüber dem „Wall Street Journal“ den Schritt.

Im Mai sei ihm die Erkenntnis gekommen, dass er selbst eventuell als Teil des alten Systems dem Umbau im Wege stehe, sagte Ballmer. „Egal, wie schnell ich verändern will, wird es bei allen Beteiligen –  Mitarbeiter, Verwaltungsräte, Investoren, Partner, Kunden – Zweifel geben, dass ich es ernst meine.“

Ein Nachfolger könnte bald bereitstehen: Microsoft will laut einem Zeitungsbericht bis Ende des Jahres einen neuen Chef finden. Zunächst wolle der Verwaltungsrat bei einem Treffen an diesem Montag die Kandidaten-Liste auf drei bis fünf Personen trimmen, schrieb die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende. Bisher wurde unter anderem der bisherige Nokia-Lenker Stephen Elop als möglicher Ballmer-Nachfolger gesehen. Und ein weiterer Name tauchte auf der Kandidaten-Liste auf: Ford-Chef Alan Mulally.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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