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05.01.2009 
Computerbranche

Microsoft: Eine Horror-Nachricht macht die Runde

von Florian Brückner

Microsoft baut 15000 Jobs ab - was für eine Bombennachricht, wenn sie denn wahr wäre. Zwar hält die Nachricht vom Horror-Stellenabbau viele Blogs über die Computerindustrie auf Trab. Aber: Wirklich wahrscheinlich ist die Bad News aus Redmond nicht. Microsoft-Chef Ballmer dürfte sich dennoch die Haare raufen.

Microsoft-Chef Steve Ballmer: Manche Gerüchte machen sprachlos. Foto: apLupe

Microsoft-Chef Steve Ballmer: Manche Gerüchte machen sprachlos. Foto: ap

DÜSSELDORF. Die Finanzkrise tobt. Und sie macht vor keiner Branche und keinem Unternehmen halt. Auch nicht vor der Computerindustrie, wie erst vor Monaten bei SAP oder jüngst bei Dell zu sehen war. Nun die neueste Schreckensnachricht aus den USA: Microsoft will 17 Prozent der Stellen abbauen. 17 Prozent, das wären rund 15000 Jobs - von weltweit 90000. Klingt extrem? Ist extrem, was allerdings nichts daran ändert, dass diese vom Internet-Blog Fudzilla verbreitete News im Internet schnell, sehr schnell die Runde machte.

Und ein Datum, an dem Microsoft-König Steve Ballmer die blauen Briefe verschicken will, steht laut Fudzilla auch schon fest: Am 15. Januar soll es soweit sein, eine Woche wird der Software-Gigant Quartalszahlen vorlegen. Der passende Zeitpunkt also für Stellenstreichungen? Fudzilla sagt ja, die Gerüchte seien keine Spekulationen mehr, sondern Fakten und verweist auf ein Internet-Blog von Microsoft-Angestellten. Und genau an dieser Stelle wird aus der angeblich harten Bad News dann doch wieder ein Gerücht, wie auf den entsprechenden Seiten des Blogs Mini-Microsoft zu lesen ist. Freilich finden sich dort Kommentare von Insidern, die von Kostenreduzierungen sprechen. Ankündigungen gebe es bereits.

Aber der Monster-Stellenabbau Marke Fudzilla geht den Bloggern dann doch zu weit. Wie schreibt ein Kommentator von Mini-Microsoft: "For the last time folks - THERE ARE NO LAYOFFS HAPPENING IN JANUARY." Aber dieser Aufruf kommt zu spät. Selbst renommierte IT-Blogs wie Silicon Alley Insider oder All Things Digital des Wall Street Journals kommen um das Gerücht nicht herum. Zu groß, zu schrecklich ist die Nachricht. Und: Die Zeiten sind so, dass auch an dem eigentlich abwegigsten Gerücht nicht auch ein Fünkchen Wahrheit dran sein könnte. Und abwegig ist dieses Gerücht zweifellos, wie etwa Henry Blodget von Silicon Alley Insider betont: "Solange das Geschäft von Microsoft nicht vollends in den vergangenen zwei Monaten unter die Räder gekommen ist, gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Microsoft einen derart großen Stellenabbau vornehmen würde."

Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung ließe sich außerdem nur dann realisieren, wenn Microsoft gleich komplette Geschäftsfelder dicht mache - was ebenfalls wenig wahrscheinlich sei. "Wenn Microsoft sich im Rahmen einer Restrukturierung von verschiedenen Geschäftsbereichen trennen wollte, würde man diese einfach verkaufen, anstatt sie sofort zu schließen", so Blodget. Und John Paczkowski von All Things Digital fügt hinzu: "Es fällt schwer, selbst in einer so schlechten wirtschaftlichen Lage wie jetzt, einen Grund zu finden, warum Microsoft gleich 17 Prozent aller Stellen weltweit abbauen sollte." Mal ganz abgesehen davon, dass die Marge von Microsoft auch in der Rezession immer noch hoch ist.

Trotzdem muss man deshalb aber nicht gleich soweit wie Paczkowski gehen, und Fudzilla gleich als unseriös abstempeln - auch wenn renommierte Internetforen wie Arstechnica Zweifel an der Lauterkeit von Fudzilla vortragen. Immerhin hält es sogar der gewöhnlich gut unterrichtete Henry Blodget von Silicon Alley Insider für möglich, dass Steve Ballmer Microsoft einer Diät unterzieht. Auch am Windows-Produzenten geht die Finanzkrise schließlich nicht spurlos vorbei. Microsoft selbst äußert sich nach eigenen Angaben grundsätzlich nicht zu Gerüchten, auch zu diesem nicht.Microsoft

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