Microsoft-Konsole Xbox
Mit alten Spielen in eine gute Zukunft?

Fast zwei Jahre hat es gedauert. Jetzt werden auf Microsofts aktueller Spielekonsole auch die Spiele des Vorgängermodells laufen. Und zwar kostenlos. Kann es die Konsole retten?
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Los AngelesDer Applaus war riesig. Phil Spencer, Chef der Gamingsparte Microsofts, kündigte die Neuigkeit am Montagabend an. Ab Weihnachten werden Spiele der Vorgängerkonsole Xbox360 auch auf der neuen Maschine laufen. Die fehlende „Abwärtskompatibilität“, die Fähigkeit Spiele abzuspielen, die für alte Hardware geschrieben wurde, war von von Anfang an ein riesiges Problem. Gamer investieren in der Regel hunderte, wenn nicht tausende Euro in Spiele für Videokonsolen. Sie wurden mit einem Schlag wertlos, wenn ein Fan den Nachfolger Xbox One gekauft hat.

Jetzt knickt Microsoft ein. Zunächst 100 alte 360-Spiele werden ab Weihnachten auch auf der neuen Konsole laufen. Der Trick: Sie werden von Microsoft entsprechend angepasst und stehen den Besitzern der Spiele dann zum Download aus dem Internet bereit. Die Maschine liest aus, ob es eine legale Kopie des Spiels ist und das war‘s. „Das ist die Zeit auf Xbox One aufzurüsten“, so Spencer.

Nachdem im April Microsoft überraschend Erzfeind Sony in den USA bei den Verkaufszahlen schlagen konnte, kam die Playstation4 im Mai zurück ins Spiel. Damit hatte die Sony-Konsole in jedem Monat 2015 mit Ausnahme April Microsoft im Heimatmarkt geschlagen.

Jetzt sollen die Spiele-Oldtimer die Wende bringen. Warum das Angebot jetzt erst und nicht zum Marktstart vor zwei Jahren? Mike Nichols, Vice President Microsoft Corp, ist im Gespräch mit Handelsblatt Digital ganz offen: „Wir können die Zeit nicht zurückdrehen und es ändern. Wir konnten es damals schlicht und einfach nicht“, räumt er ein und fügt an, „Besser jetzt als gar nicht.“

Zu Beginn werden es nur 100 Spiele sein, räumt er ein, aber es werden „Hunderte folgen“. Das Problem: Die Spielehersteller wie E3, Ubisoft, Activision oder Bethesda müssen zustimmen. Es ist eine Rechtefrage. „Wir bezahlen alles, aber die Rechteinhaber müssen zustimmen“, so Nichols. Die Spielehersteller müssen entscheiden: Wird der damalige Kunde ohnehin irgendwann eine neue Version kaufen? Oder verliere ich ihn, wenn ich ihm das alte wiedergebe?

Doch Nicholes ist optimistisch, seine Partner überzeugen zu können: „Es ist seit Jahren die konstante Forderung der Kunden. Es ist immer noch wichtig“. Und mit den neuen Spielen für 2016, der Brille für virtuelle Realität Oculus Rift im kommenden Jahr, und der holografischen Brille Hololens hofft Nichols dann endgültig aufschließen zu können. 2014 gab es massive Preisschnitte und die Einstellung der erfolglosen Kamera Kinect, 2015 bessere Spiel und 2016 auch alte Spiele: Zurück in die Zukunft.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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