Microsoft-Manager Kaltner
„Wir müssen in Deutschland Gas geben“

Neues Spiel, neues Glück: Microsoft verkauft ab heute seine Konsole Xbox One. Der Konzern will damit in Deutschland Konkurrent Sony überholen. Dafür investiert er massiv in die Werbung – nicht nur im Weihnachtsgeschäft.
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DüsseldorfMicrosoft und Sony kämpfen um die Herzen der Computerspieler: Beide Konzerne bringen in diesen Tagen die neue Generation ihrer Spielkonsolen heraus. „Mittelfristig wollen wir die Nummer 1 werden“, sagt Microsoft-Manager Oliver Kaltner, der in Deutschland das Spielkonsolen-Geschäft leitet. Dafür investiere man eine Millionensumme in die Werbung.

Handelsblatt Online: Sie konnten ja bereits die Xbox One testen. Was ist Ihr Lieblingsspiel?
Oliver Kaltner: Ich bin ein bekennender Rennspieler, „Forza 5“ ist mein Lieblingsspiel. Es gibt die Fahreigenschaften realistisch wieder, und zeigt, wie gut die Grafik der Xbox One ist.

Sony hat innerhalb weniger Tage eine Million Playstation 4 abgesetzt. Wie viele Geräte wollen Sie verkaufen?

Es kommt nicht auf die ersten Tage an, die Konsole bleibt wahrscheinlich acht bis zehn Jahre im Markt. Für einzelne Länder geben wir keine Zahlen heraus. Was ich sagen kann: Wir sind in Deutschland die Nummer 2 hinter Sony und konnten den Abstand zuletzt deutlich verringern. Mittelfristig wollen wir die Nummer 1 werden.

Das Weihnachtsgeschäft ist besonders wichtig. Wie viel Geld investieren Sie ins Marketing?

Wir geben einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag für Werbung aus, die Kampagne zieht sich bis ins Ostergeschäft. Deutschland ist der drittgrößte Absatzmarkt für die Xbox One – wir müssen hier Gas geben!

Sony verkauft sein Gerät ja für 100 Euro weniger. Wie rechtfertigen Sie den Aufpreis?

Die Xbox One hat einen fairen Preis – da ist alles schon drin, was man braucht. Sie ist eine Entertainment-Plattform, in erster Linie für Spiele, aber auch für Multimedia-Inhalte. Skype, der Internet Explorer und unsere Suchmaschine sind integriert. Die Konsole ist für die Zukunft gebaut.

 

Ein Ärgernis für Spieler in Deutschland: Die Konsole ist multimediatauglich, aber das Videoangebot ist klein. Warum?

Die deutschen Fernsehsender müssen schneller werden. Sie haben die Jugendlichen schon verloren, die sehen kaum noch fern und stellen sich ihr Programm lieber mit Youtube-Kanälen zusammen. Die Unternehmen müssen ihr Programm auf allen Geräten anbieten, ob Spielkonsole, Smartphone oder Tablet-Computer, da erreichen sie die junge Zielgruppe. Wir bei Microsoft Deutschland sprechen mit vielen Anbietern. Sky und die Pro7Sat1-Gruppe sind sehr aufgeschlossen, aber die anderen verhindern selbst gute Geschäfte.

In früheren Konsolengenerationen subventionierten die Hersteller die Geräte anfangs. Verlieren Sie mit der Xbox One Geld?

Ich habe einen klaren Auftrag von Microsoft: Das Geschäft in Deutschland soll profitabel sein. Wir wollen mit dem Gerät schwarze Zahlen schreiben, selbst wenn das am Anfang ambitioniert ist. Wir verdienen aber auch an Software, Lizenzen und Abo-Gebühren für unser Spiele-Netzwerk Xbox Live.

Verkaufen Sie weiterhin die die ältere Gerätegeneration Xbox 360?

Ja, sie bleibt sicher noch fünf Jahre auf dem Markt. Wir können sie jetzt über andere Vertriebskanäle anbieten, zum Beispiel auch im Lebensmittel-Einzelhandel.

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