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Microsoft reagiert auf Kritik: Ein neuer Geschmack für Windows 8

Viele Kunden mögen Windows 8 nicht. Diese Mäkelei nimmt sich Microsoft-Chef Ballmer zu Herzen: Noch in diesem Jahr überarbeitet der Software-Konzern sein Betriebssystem. Dabei geht es nicht nur um Geschmacksfragen.

„Das wichtigste Produkt seit Jahren“: Für Microsoft-Chef Steve Ballmer ist der Erfolg von Windows 8 essenziell. Quelle: ap
„Das wichtigste Produkt seit Jahren“: Für Microsoft-Chef Steve Ballmer ist der Erfolg von Windows 8 essenziell. Quelle: ap

Es ist ein bemerkenswertes Eingeständnis. Microsoft kündigt ein halbes Jahr nach dem Verkaufsstart seines Betriebssystems Windows 8 an, „wesentliche Aspekte“ an der Bedienung zu verändern. Die Nutzer hätten Schwierigkeiten, sich an die neue Software zu gewöhnen, räumte Marketingchefin Tami Reller ein, man müsse die „Lernkurve“ berücksichtigen. Die Aktualisierung mit dem Codenamen Windows Blue ist für Juni angekündigt. Mit anderen Worten: Der größte Software-Hersteller der Welt krempelt sein wichtigstes Produkt um, weil die Kunden damit nicht einverstanden sind.

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Microsoft ist nicht das erste Großunternehmen, dem eine wichtige Produkteinführung misslingt. Das Paradebeispiel für einen solchen Flop lieferte Coca-Cola: Der US-Konzern veränderte 1985 die Rezeptur für seine braune Brause, weil immer mehr Amerikaner Pepsi tranken. Doch die Leute mochten „The New Coke“ nicht. Der Konzern kehrte flugs zur „Classic Coke“ zurück und bescherte der Wirtschaftswelt einen griffigen Namen für solche Marketingpannen: New-Coke-Effekt.

Böse Zungen wie der Analyst Richard Doherty sagen, Windows 8 sei wie „New Coke“ – „nur dass Coca-Cola besser zugehört hat“, wie der Experte von der Marktforschungsfirma Envisioneering in der „Financial Times“ lästert. Der Brausehersteller reagierte schon nach weniger als drei Monaten auf die Beschwerden. Auch wenn Software deutlich komplexer ist als Brause, weisen beide Fälle Parallelen auf.

Wie Coca-Cola reagierte auch Microsoft auf die wachsende Konkurrenz. Klassische Desktop-Computer und Notebooks, bei denen Windows dominiert, sind noch immer ein großes, aber schnell schrumpfendes Geschäft. Gefragt sind Tablet-Computer und Smartphones – hier ist Windows jedoch kaum präsent. Microsoft brauchte daher ein Betriebssystem, das auch auf Touchscreens funktioniert.

Die größten Tablet-Hersteller

  • Apple

    Mit dem iPad hat Apple den totgeglaubten Tablet-Markt wiederbelebt, und immer noch ist der iKonzern der größte Anbieter, angesichts wachsender Konkurrenz verliert er allerdings Marktanteile. Im ersten Quartal stammte ein Drittel der Geräte von Apple (32,5 Prozent Marktanteil nach 40,2 Prozent im Vorjahr). Dabei entwickelte sich der Konzern schlechter als der Markt, der Absatz fiel von 19,5 Millionen auf 16,4 Millionen Stück – insgesamt stieg der Absatz dagegen leicht auf 50,4 Millionen Stück, wie aus Zahlen des Marktforschers IDC hervorgeht.

  • Samsung

    Samsung ist bereits der größte Smartphone-Hersteller, auch bei den Tablets holt der südkoreanische Hersteller mächtig auf. Im ersten Quartal verkaufte er 11,2 Millionen Geräte und steigerte damit den Marktanteil auf 22,3 Prozent (Vorjahresquartal: 17,5 Prozent).

  • Asus

    Einen leichten Rückgang verbuchte Asus. Der taiwanische Computerhersteller, der unter anderem für Google das Nexus 7 baut, verkaufte 2,5 Millionen Tablets – 5,0 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 5,4 Prozent).

  • Amazon

    Der Online-Händler Amazon drückt sein Kindle Fire zu Kampfpreisen in den Markt, allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Das Unternehmen verkaufte im ersten Quartal eine Million Geräte und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil sank auf 1 Prozent.

  • Sonstige

    Diverse Hersteller tummeln sich in der Kategorie Sonstiges – zusammen kommen sie auf 17,2 Millionen Geräte und einen Marktanteil von 34,2 Prozent. Darunter ist beispielsweise Microsoft: Der Konzern vermarktet seinen Tablet-Computer Surface als Notebook-Ersatz.

  • Lenovo

    Aufsteiger des Jahres in Lenovo: Der größte PC-Hersteller der Welt verkaufte im ersten Quartal auch 2,1 Millionen Tablets, ein plus von 1,5 Millionen. Marktanteil: 2,1 Prozent.

Der Software-Hersteller entwickelte kein zusätzliches Produkt, sondern ersetzte das alte. Das neue Windows ist ein Betriebssystem für beides: PCs mit Tastatur und Maus wie auch Tablet-Computer mit Touchscreen. Dafür überarbeitete Microsoft die Bedienung radikal – mit dem Ergebnis, dass viele Nutzer fremdeln. Die Marktforscher vom IDC meinen sogar, dass die Unzufriedenheit mit Windows 8 einer der Gründe für den Einbruch des PC-Marktes ist. Der Absatz der Notebooks und Desktops war im ersten Quartal um fast 14 Prozent fallen.

Nun ist Windows 8 kein Ladenhüter. In den ersten sieben Monaten verkaufte Microsoft nach eigenen Angaben 100 Millionen Lizenzen und damit ähnlich viele wie nach dem Start von Windows 7, wobei das nur bedingt etwas über die tatsächliche Nutzung aussagt. Und bei den Tablet-Computern hat das Touch-System nach einer Schätzung von Strategy Analytics immerhin 7,5 Prozent Marktanteil bei schätzungsweise drei Millionen verkauften Geräten. Trotz der kleinen Auswahl.

  • 10.05.2013, 17:24 UhrSystemanalytiker

    @Harry64: Was ist Deine Software-Perle. Ich verwende derzeit neben Windows XUbuntu 12.04. Ich möchte mittelfristig komplett auf Linux umsteigen, da Microsoft die Desktop-Kunden nicht mehr optimal betreuen will.

  • 08.05.2013, 08:43 UhrWolfsfreund

    "von welcher Rechtschreibung reden Sie hier, nach welcher "Schreibreform"?!"
    -------------------------
    Von der klassischen, alten, deutschen Rechtschreibung, bevor irgendwelche Theoretiker vor ein paar Jahre dran rumstrickten bis zu Reform der Reform der...
    Sorry, aber wenn einer statt "Gemse" "Gämse" schreibt, dann sträuben sich mir die Haare. Fehlt nur noch, daß man "Philosophie" als "Filosofie" und "Phosphor" als "Fosfor" schreibt. Die Reform diente nur dazu, das Ego simpler Gemüter zu schonen, die es nicht schafften, eine DIN A4 Seite ohne 40 Fehler zu schreiben. :-)

    Was Linux angeht, ich habe mal damit geliebäugelt, mich auf den einschlägigen HP informiert(!) und mich mit Grausen abgewandt. So eine Dauerbaustelle kommt mir nicht auf den Rechner, zumal das Tage der Nacharbeit mit immensen Kosten verursachen würde. Der Rechner muß schlicht und einfach laufen (was er mit XP pro tut), weil ich mein Geld damit verdiene, und für ständige Neu-Compilationen habe ich weder Zeit (und damit Geld) noch Lust. Und wie schon erwähnt, ich brauche zwingend einige Programme, die es nur für Windows gibt.
    Aber lassen wir das. Das Thema "Linux" scheint mir oft genug pseudoreligiöse Züge anzunehmen und von Pragmatismus weit entfernt zu sein. Open Source benutze ich, solang sie mir nutzt, mich nicht behindert und Geld einbringt. Tut sie das nicht, fliegt sie oder wird erst gar nicht installiert. Ganz pragmatisch.

  • 08.05.2013, 08:30 UhrWolfsfreund

    QKleiner Tipp. OpenOffice und der Duden-Korrektor (16,99 €) im Gespann schlagen Microsofts Grammatik und Rechtschreibkontrolle um Längen."
    -----------------------
    Nochmal zum mitschreiben: Open Office beherrscht *keine* alte deutsche Rechtschreibung (zumindest nicht in Perfektion), das Handlung der Wörterbücher (Fachwortschatz!) ist grausam und die Oberfläche nicht so konfigurierbar, wie ich sie brauche.
    Scribus ist tatsächlich ganz gut, aber Inkscape z.B. völlig überfrachtet. Ich hab's probiert und verworfen.
    Darktable ist für mich nutzlos, weil eine aus technischen Gründen von mir oft verwendete Kamera nicht unterstützt wird. GIMP ist auch nicht schlecht, taugte für mich aber erst, als ich viel Arbeit in Scripte gesteckt habe. Bei 2.6.12 bin ich übrigens stehen geblieben. 2.8 ist buggy und bringt mir keinen Mehrwert, ich werd's überspringen. UFRaw wird überhaupt nicht mehr richtig gepflegt und ist ab 0.19 eine Katastrophe. Alleine schon die ständige Neucompiliererei bei Linux würde mich nerven.
    Ich habe nichts gegen Open Source, solange sie mir *nützt* und mich nicht behindert. Da benutze ich sie auch gerne. Zunehmend stelle ich aber fest, daß die Open Source Programmierer ihre RAW-Konverter/EBV-Programme mit Gimmicks ("Eye Candy") vollstopfen, nutzlosen Spielereien, die die Programme nur aufblähen und das Handling zur Katastrophe machen. Die Featuritis feiert fröhliche Urständ.
    Im Photobereich neigt sich m.E. Open Source dem Ende zu. Es erstickt an der Spielerei-Verliebheit der Programmierer, die offensichtlich keine professionellen Photographen sind, sonst wäre manches Feature nicht drin, und der oft schlampigen Programmierung, bei der Bugs über Jahre geschleppt werden ohne daß sich einer drum kümmert. Auch für OS gilt: Stabilität, Aktualität und Bugfreiheit vor Features. Ab der nächsten Kamera wird's bei mir jedenfalls einer der Branchenstandards, z.B. Capture One. Ob ich mir GIMP 2.10 noch antue, muß sich zeigen. Meine Begeisterung hat doch arg gelitten.

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