Microsoft schließt höhere Offerte für Yahoo erneut aus
Vista-Effekt sorgt für Gewinnknick

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft hat im dritten Geschäftsquartal deutlich weniger verdient als im vergangenen Jahr. Im Vorjahr hatte allerdings die Einführung des Betriebssystems Vista den Gewinn nach oben getrieben. Die Erwartungen der Analysten wurden dennoch enttäuscht, im nachbörslichen Handel verlor die Microsoft-Aktie deutlich.

HB REDMOND. Der Umsatz des Konzerns stagnierte. Für das im Juli startende nächste Geschäftsjahr versprach der Konzern am Donnerstagabend ein kräftiges Gewinnplus. Microsoft steckt mitten in einem Übernahmekampf um den Internet- Konzern Yahoo, der sich bislang gegen den Kauf wehrt.

Der Überschuss von Microsoft sank im Ende März abgelaufenen dritten Geschäftsquartal um rund 11 Prozent auf 4,39 Milliarden Dollar (2,80 Mrd Euro). Bereinigt um den Windows-Vista-Effekt stieg der Gewinn je Aktie um 14 Prozent. Der Umsatz lag nur leicht höher bei 14,45 Milliarden Dollar, teilte Microsoft nach US-Börsenschluss in Redmond (US-Bundesstaat Washington) mit. Experten hatten allerdings einen noch stärkeren Gewinnrückgang erwartet. Die Aktie kam nachbörslich deutlich unter Druck. Ein möglicher Grund: Das für das laufende Quartal in Aussicht gestellte Gewinnwachstum enttäuschte Anleger.

Microsoft will zur Steigerung seines Online-Geschäfts den Rivalen Yahoo für ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (28 Mrd Euro) übernehmen. Gemeinsam mit Yahoo will der Softwareriese die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen. Yahoo ist der Preis bislang zu niedrig, schließt aber eine Übernahme nicht generell aus. Zum Wochenende endet ein Ultimatum Microsofts für eine Einigung auf eine Übernahme.

Für das Ende Juni auslaufende vierte Geschäftsquartal erwartet Microsoft einen Umsatz zwischen 15,5 und 15,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie soll bei 0,45 bis 0,48 Dollar liegen. Im folgenden Geschäftsjahr 2009 soll der Gesamtumsatz 66,9 bis 68 Milliarden Dollar betragen bei einem Gewinn je Aktie von 2,13 bis 2,19 Dollar.

Im Übernahmepoker um den Internet-Konzern Yahoo schloss Microsoft kurz vor Ablauf seines Ultimatums eine Erhöhung des milliardenschweren Angebots erneut aus. Sollte bis zu diesem Wochenende keine Einigung mit dem Management von Yahoo gelingen, werde sich Microsoft entweder in einer feindlichen Übernahme direkt an die Aktionäre wenden oder aber seine Offerte zurückziehen, bekräftigte Microsoft-Finanzchef Chris Liddell. Die Forderungen von Yahoo nach einer höheren Offerte beruhten auf „unrealistischen Erwartungen“.

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