Microsoft und IBM liefern sich mit Outlook und Lotus einen erbitterten Konkurrenzkampf
Bei E-Mail gibt es kaum noch eine Wahl

Um die elektronischen Postfächer der Büroarbeiter ist weltweit ein erbitterter Wettstreit zwischen den Softwaregiganten Microsoft und IBM entbrannt. Zum Auftakt des neuen Microsoft-Geschäftsjahres bläst Vorstandschef Steve Ballmer zum Angriff auf die IBM-Kunden.

FRANKFURT/TORONTO. „Sie sind reif für den Wechsel“, rief Ballmer kürzlich tausenden von versammelten Vertriebspartnern zu und fordertete sie auf, IBM nun aggressiv Kunden abzuwerben.

Die erbitterten Konkurrenten liefern sich ein regelrechtes Kopf- an-Kopf-Rennen um Unternehmenskunden. Denn von wenigen Konkurrenten wie Novell oder Oracle abgesehen haben Firmen nur noch die Wahl zwischen Microsofts Outlook mit der Server-Software „Exchange“ und IBMs „Lotus Notes“ für den PC mit „Domino“ für die Vernetzung der Mitarbeiter über den Server.

Noch ist das Rennen nicht entschieden. IBM beziffert die Zahl installierter Lotus-Arbeitsplätze auf rund 110 Millionen. Die Zahl der Outlook-Installationen ist kaum ermittelbar, da das Programm im Paket mit der rund 400 Millionen mal verkauften Bürosoftware Office ausgeliefert wird.

Doch die Marktanteile schwanken stark, denn häufig geht es bei einem Wechsel gleich um viele Arbeitsplätze. So setzt der Automobilkonzern Daimler-Chrysler mit rund 360 000 Beschäftigten die IBM-Software „Lotus“ ein, der deutsche Elektronikriese Siemens mit mehr als 400 000 Mitarbeitern weltweit modernisiert gerade seine Microsoft-Software.

Insgesamt rund 1,6 Mrd. Dollar haben Unternehmen 2003 Jahr in Software für Email und Teamfunktionen wie den zeitgleichen Zugriff auf elektronische Dokumente oder die gemeinsame Nutzung von Kalenderfunktionen gesteckt. Der Markt gilt derzeit als ausgereizt. „Man kann eigentlich nur Marktanteile gewinnen, wenn man sie der Konkurrenz abnimmt“, sagt Ed Brill, bei IBM verantwortlich für die Wettbewerbsstrategie von Lotus.

Den Angriff von Microsoft nimmt der Manager gelassen auf, obwohl IBM 2003 nach Angaben der Marktforscher von IDC bei den Marktanteilen Federn lassen musste: „Wir haben von Steve Ballmers Aufruf gehört. Allerdings werten wir das als Zeichen für die wachsende Furcht von Microsoft, langfristig aus diesem Markt gedrängt zu werden“, sagt Brill. IBM habe in den vergangen zwei Jahren 1 500 neue Kunden mit mehr als einer Million Arbeitsplätze von konkurrierenden Mailprogrammen auf Lotus Notes umgestellt.

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