Microsoft und Yahoo
Insider widersprechen sich in punkto Übernahme

Die Aktienkurse von Yahoo haben einen Sprung gemacht, als am Mittwoch vor US-Börsenschluss ein Übernahmegerücht in Umlauf kam. Über dessen Wahrheitsgehalt streiten sich nun die Insider.
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New YorkNachdem eine Nachrichtenagentur am Mittwoch gemeldet hatte, Microsoft wolle Yahoo übernehmen, ist die Yahoo-Aktie kräftig gestiegen. An der New Yorker Nasdaq schnellte der Kurs in kurzer Zeit in die Höhe und schloss dort auf 15,92 Dollar mit einem Plus von 10 Prozent, seinem größten Gewinn seit Oktober 2008. Dieses Jahr waren die Yahoo-Aktien um 13 Prozent gefallen. Microsoft -Papiere büßten nach der Meldung einen Teil ihrer Gewinne ein und schlossen 2,2 Prozent im Plus bei 25,89 Dollar.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Microsoft erwäge Insidern zufolge ein Gebot für den angeschlagenen Internetkonzern Yahoo. Microsoft könnte sich dafür einen Partner suchen, sagte eine mit dem Vorhaben vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur. Einem hochrangigen Microsoft-Manager zufolge ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Innerhalb des Konzerns gebe es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob Microsoft nach dem erbitterten und letztlich erfolglosen Ringen 2008 erneut die Übernahme des angeschlagenen Internetkonzerns anstreben sollte.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hingegen sprach offenbar mit zwei anderen Insidern. Ihnen zufolge denke Microsoft gar nicht daran, Yahoo ein Angebot zu machen. es seien auch keine hochrangigen Manager an Gesprächen darüber beteiligt. Microsoft habe nicht vor, die Finanzdaten von Yahoo unter die Lupe zu nehmen, die bereits diese Woche für potenzielle Käufer in Umlauf gebracht werden sollen, sagte einer der Informanten, der anonym bleiben wollte.

Keines der Unternehmen möchte sich zu dem Übernahmegerücht äußern. Sollte sich das Gerücht doch erhärten, wäre es für Microsoft bereits der zweite Anlauf, Yahoo zu kaufen. Schon im Februar 2008 hatte der Computerkonzern bis zu 47,5 Milliarden Dollar für eine Übernahme von Yahoo geboten. Nach langwierigen Verhandlungen scheiterte dies jedoch am Widerstand des Yahoo-Mitbegründers Jerry Yang. 2009 vereinbarten Microsoft und Yahoo schließlich eine enge Zusammenarbeit im Geschäft mit Suchmaschinenwerbung.

Kreisen zufolge bemühen sich weitere Unternehmen um Yahoo. Der Konzern, am Markt mit 18 Milliarden Dollar bewertet, bereite seine Bücher für Käufer vor, hieß es. Zu den potenziellen Interessenten würden Providence Equity Partners, Hellman & Friedman und Silver Lake Partners sowie die chinesische Alibaba und die russische Technologie-Investitionsfirma DST Global gehören. Yahoo, Microsoft und potenzielle andere Interessenten wollten sich auf Anfrage nicht äußern.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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