Microsoft und Yahoo
„Microhoo“ steht wieder vor der Tür

Der Internetpionier Yahoo steckt tief in der Krise. Mehrere Finanzinvestoren umkreisen den Konzern. Zu ihnen gesellt sich offenbar Microsoft. Der Computerriese hat bereits einmal vergeblich versucht, Yahoo zu übernehmen.
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San FranciscoDer US-Softwarekonzern Microsoft will offenbar ein Wort mitreden, wenn das Internetunternehmen Yahoo teilweise oder komplett zum Verkauf stehen sollte. Microsoft hat nach Angaben eines Branchenkenners eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet, um einen genauen Blick in die Bücher des kriselnden Internetpioniers Yahoo zu werfen. Damit geselle sich der Softwarehersteller zu einer Reihe von Finanzinvestoren, die sich ebenfalls mit den Zahlen und Geschäften von Yahoo beschäftigen, um Optionen für eine Beteiligung auszuloten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch.

Der Internetkonzern, dessen Chefin Carol Bartz im September entlassen wurde, befindet sich derzeit wegen stagnierender Umsätze in einer strategischen Neuausrichtung. Die Beteiligungsgesellschaften KKR und TPG Capital haben laut eines weiteren Insiders ebenfalls Verschwiegenheitserklärungen unterschrieben. Die Beteiligungsgesellschaften KKR und TPG Capital haben laut eines weiteren Insiders ebenfalls Verschwiegenheitserklärungen unterschrieben. Die Finanzinvestoren wollten zunächst eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 20 Prozent erwerben und eventuell später das gesamte Unternehmen übernehmen. Yahoo und Microsoft wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

Der Informationsdienst „DealReporter“ und die „New York Times“ hatten zuvor auch schon über die Vereinbarung berichtet. Microsoft hatte im Jahr 2008 vergeblich versucht, Yahoo zu kaufen - damals hatten Branchenkenner von der Entstehung "Microhoos" gesprochen. Das Angebot von 47,5 Milliarden Dollar wurde aber abgelehnt, weshalb das Softwareunternehmen schließlich aufgab - eine

Entscheidung, die später von Yahoo-Aktionären heftig kritisiert wurde. Einige Zeit später allerdings vereinbarten Microsoft und Yahoo eine Kooperation. Seitdem nutzt der Internetpionier die Microsoft-Suchmaschine Bing, Einnahmen aus Onlinewerbung teilen sich die Unternehmen.

Microsoft hat nun nach Ansicht von Beobachtern ein Interesse, eine Übernahme von Yahoo durch mögliche Konkurrenten zu verhindern. Deshalb erwäge das Unternehmen ein erneutes Übernahmeangebot. Yahoo ist ein früher Star des Internets. Nach den Zeiten des ersten Internetbooms Ende der 1990er Jahre, der schließlich im Platzen der Internetblase an den internationalen Börsen endete, ging es mit dem Unternehmen allerdings bergab. Die Konkurrenz neuer Konzerne wie Google macht dem Pionier schwer zu schaffen.

Inzwischen ist die Yahoo-Aktie weniger als die Hälfte der 33 Dollar wert, die Microsoft zahlen wollte. Laut „New York Times“ geht es Microsoft vor allem darum, die Werbeallianz bei der Internetsuche fortzuführen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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