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Windows fährt die Aktie runter

Microsoft legt schlechte Quartalszahlen vor. Die Aktie bricht nachbörslich um vier Prozent ein. Der Software-Konzern stellt sich neu auf, doch erstmal muss Firmenchef Satya Nadella die Risse bei Windows flicken.
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Microsoft baut um

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San FranciscoVor knapp einem Jahr übernahm Satya Nadella von Steve Ballmer das Ruder. Seitdem ist Microsoft, die Softwarefirma aus dem abgelegenen Redmond im kalten und verregneten Bundesstaat Washington, nicht mehr wiederzuerkennen. Der Kurs kletterte um rund 27 Prozent und machte Bill Gates wieder zum reichsten Mann der Welt, obwohl er laufend Aktien verkauft. Microsoft, über Jahre die Lachnummer der Tech-Branche, ist zum schärfsten Konkurrenten von Amazons Cloud-Business aufgestiegen. Nadella senkte die Kosten und hielt die Gewinne hoch.

Vor einem Jahr klebte die Welt noch an den unfehlbaren Lippen von Google und saugte alles mit Begeisterung auf, was auch immer aus den Google X Labs kam. Vor wenigen Tagen stellte Satya Nadella die Zukunft des holografischen Computerns vor. Hololens, eine Datenbrille, die mit Windows10 arbeiten wird. Google stellte weniger vor, dafür aber ein: zum Beispiel das gehypte Google Glass. Und Apple? Apple wartet auf eine Uhr.

Es kann das Jahr Microsofts werden, und Anleger und Analysten könnten eigentlich mehr als zufrieden sein. Doch am Montag holten sie die Quartalszahlen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Analysten wie Colin Gillis von BCG Partners sehen den Kursverfall klar in der Schwäche der Kernbereiche begründet. Vor allem Windows sei „nicht toll“ gewesen.

Das Ergebnis sei unter anderem noch von Restrukturierungskosten bei überwiegend Nokia von 243 Millionen Dollar und einer Steuerprüfung belastet worden, die zu Nachzahlungen geführt hatten, so Microsoft. Das Nettoergebnis von 5,8 Milliarden Dollar lag elf Prozent unter Vorjahr.

Holo-Brille und ein neues Windows
Publicity photo of the Microsoft Hololens
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Es ist ein Gerät wie aus einem Science-Fiction-Film: Microsoft hat die Datenbrille Hololens vorgestellt. Sie projiziert Bilder auf das durchsichtige Display und reichert so das Bild der Realität mit virtuellen Inhalten an. Das können Spiele sein, aber auch Reparaturanleitungen für Monteure.

Publicity photo of the Microsoft Hololens
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Die Bedienung des Gerätes erfolgt per Sprach- und Gestensteuerung – diese Montage von Microsoft zeigt, welche Menüs der Hololens-Träger sieht.

Alex Kipman
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Wer mit der Hololens-Software Objekte entwirft, kann diese anschließend mit einem 3D-Drucker Wirklichkeit werden lassen – hier zeigt Microsoft-Entwickler Alex Kipman einen kleinen Helikopter.

Joe Belfiore, Alex Kipman, Terry Myerson
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Trotz der faszinierenden Präsentation ist die Markteinführung noch nicht so bald zu erwarten. Zunächst will Microsoft das Gerät Entwicklern zur Verfügung stellen, damit diese Anwendungen dafür programmieren.

huGO-BildID: 41277160 Microsoft CEO Satya Nadella speaks at an event demonstrating the new features of Windows 10 at the company's headquarters
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Hololens war der Star der Microsoft-Konferenz, doch eigentlich ging es um das neue Betriebssystem. „Wir wollen, dass Windows 10 das meistgeliebte Windows aller Zeiten wird“, sagte Firmenchef Satya Nadella. So soll das System persönlicher werden – dank der Sprachsteuerung Cortana.

Microsoft introduces Windows 10
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Vertraut und doch neu: Windows 10 hat ein Startmenü und knüpft damit an die gewohnte Bedienung von Windows 7 an. Allerdings lassen sich daran Anwendungen im neuen Kachel-Design andocken. Nutzer von Windows 7, 8.1 und Windows Phone 8.1 bekommen die neue Version kostenlos.

Microsoft introduces Windows 10
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Windows 10 bekommt auch einen neuen Browser. Project Spartan, so der Name, enthält diverse neue Funktionen – so lassen sich auf einer Website Notizen machen wie bei diesem Rezept. Zudem ist die Sprachsteuerung Cortana integriert. Langfristig soll Project Spartan den Internet Explorer ablösen.

Zusammen mit dem gesamten Konsumentenumsatz von 12,9 Milliarden Dollar erwirtschaftete Microsoft im vierten Quartal des Jahres (das zweite Quartal des Finanzjahres) einen Umsatz von 26,5 Milliarden Dollar. Allerdings rührt praktisch das gesamte Plus zum Vorjahr aus der erstmaligen Berücksichtigung der Smartphone-Verkäufe des früheren Nokia mit 2,28 Milliarden Dollar her.

Der Umsatz mit PC-Herstellern, die Windows für neue Rechner kaufen, sank um 13 Prozent. Die Welle der Umstellungen von Windows XP auf neuere Rechner lief aus und neue, kostengünstigere Lizenzen für akademische Einrichtungen hätten das Geschäft belastet. „Wie erwartet ist der Einmaleffekt aus dem Ende von XP ausgelaufen“, erklärte Vorstandschef Nadella in einer Telefonkonferenz. Daneben habe es „unerwartete Probleme“ in einzelnen Märkten gegeben, speziell Japan und China.

Starkes Wachstum bei Cloud-Diensten
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