Milliarden-Deal
Microsoft übernimmt Onlinewerbefirma Aquantive

Der US-Softwarekonzern Microsoft übernimmt die Online-Werbefirma Aquantive für etwa sechs Mrd. Dollar. Microsoft teilte am Freitag mit, 66,50 Dollar je Aquantive-Aktie in bar zu zahlen. Der Kaufpreis stellt damit einen Aufschlag auf den letzten Schlusskurs von 85 Prozent dar. Aquantive-Aktien sprangen im frühen New Yorker Geschäft um knapp 80 Prozent nach oben.

HB NEW YORK. Mit dem Kauf der in Seattle ansässigen Gesellschaft will Microsoft seine Werbeplattform und -dienstleistungen verbessern. Microsoft erklärte, der Zukauf sei Teil einer grundsätzlichen Firmenstrategie, voll auf Werbung zu setzen. Die Übernahme werde keine „bedeutenden Auswirkungen“ auf die vor kurzem mitgeteilte Ergebnisprognose haben, teilte Microsoft mit. Microsoft geht davon aus, die Transaktion im ersten Halbjahr 2008 abschließen zu können. Microsoft-Aktien gaben leicht nach auf 30,89 Dollar.

Microsoft reagiert mit dem Deal auf die wachsende Dominanz des Internet-Portals Google auf dem Online-Werbemarkt. Erst vor wenigen Wochen hatte Google mit einem Gebot von 3,1 Mrd. Dollar Microsoft im Übernahmekampf um den Werbevermarkter Doubleclick ausgestochen. Auch Konkurrent Yahoo war auf Einkaufstour: Er hat jüngst für 680 Mill. Dollar bereits die Werbefirma Right Media komplett übernommen, um wieder Anschluss an Google zu finden. Right Media bietet gezielte Werbung für eng umrissene Gruppen wie so genannte soziale Netzwerke an. Aquantive wurde von Marktbeobachtern als ein potenzielles Übernahmeziel angesehen. Der Wettbewerber von Doubleclick erzielte 2006 einen Umsatz von 442,2 Mill. Dollar.

Google baut sein Revier im Netz immer weiter aus: Laut dem Marktforschungs-Institut eMarketer wird der Konzern den Anteil am Internet-Werbemarkt in diesem Jahr von 25 auf 32 Prozent steigern. Yahoo, das gerade seine neue Werbeplattform „Panama“ gestartet hat, kommt gerade auf 18 Prozent und Microsoft auf weniger als sieben.

Um dem Marktführer etwas Schlagkräftiges entgegenzusetzen, sprechen Microsoft und Yahoo über eine Kooperation in diesem Bereich. Ein Zusammenschluss ist dagegen nach Informationen von „New York Times“ und „Wall Street Journal“ mittlerweile nicht mehr Gegenstand der seit 18 Monaten andauernden Gespräche. Unter einem gemeinsamen Dach könnten die Werbeaktivitäten der Google-Verfolger „phänomenale Resultate“ erzielen, glaubt die frühere Yahoo-Managerin Ellen Siminoff, die heute das Unternehmen Efficient Frontier leitet.

Mit dem Kauf von Doeubleclick ist Google weiter in den Markt für grafische Werbung auf Internetseiten vorgedrungen. So genannte Display-Anzeigen machen heute etwa 34 Prozent des gesamten Online-Werbemarktes aus. Bislang ist Yahoo hier führend. Google ist dagegen Marktführer bei Textanzeigen, die direkt neben die Suchergebnisse platziert werden.

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