Milliarden-Deal
Spezial-Banken landen Coup beim Google-Kauf

Beim Börsengang Googles im Jahre 2004 waren die Großbanken wie Morgan Stanley und Credit Suisse dabei. Bei Googles Zwölf-Milliarden-Motorola-Deal fehlen sie. Denn Google als auch Motorola bevorzugen Spezialbanken.
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New York Googles Milliarden-Coup ist ein Triumph für eine ganze Reihe von Ehemaligen der großen Investmentbanken an der Wall Street: Der Suchmaschinenkonzern und Motorola Mobility lassen das Geschäft mit einer Summe von 12,5 Milliarden Dollar nicht von alt eingesessenen Instituten abwickeln, sondern vor allem von kleinen, spezialisierten Banken.

Motorola habe Centerview Partners und Qatalyst Partners als Berater angeheuert, hieß es am Montag in Kreisen, die mit den Entscheidungen vertraut sind. Der Auftrag dürfte für sie 30 bis 35 Millionen Dollar abwerfen.

Auch auf der anderen Seite machen Großbanken wie Morgan Stanley und Credit Suisse keinen Stich, die noch den aufsehenerregenden Börsengang Googles im Jahr 2004 gesteuert haben. Der Internetkonzern wird von Lazard beraten - für eine Gebühr von bis zu 32 Millionen Dollar, wie Freeman & Co berechnet haben.

Centerview und Qatalyst gehören zu den sogenannten Boutiquen der Finanzbranche, die sich im Unterschied zu den Branchenführern auf eine Spezialklientel konzentrieren und gezieltere Dienstleistungen anbieten. Centerview wurde 2006 von ehemaligen Bankern von Morgan Stanley und UBS gegründet. Qatalyst ist als Spezialist für die Technologiebranche seit 2008 am Markt und geht auf Frank Quattrone zurück, der seine Sporen bei Credit Suisse First Boston und gleichfalls Morgan Stanley verdient hat.

Auch Lazard wurde von einem ehemaligen First-Boston-Banker - dem 2009 verstorbenen Bruce Wasserstein - zu dem gemacht, was es heute ist. Das Haus war schon an Googles Börsengang beteiligt, allerdings lediglich als eine von 28 Emissionsbanken.

Motorola hat bei seiner Aufspaltung in einen Handy-Hersteller und Mobilfunkdienstleister bereits mit Centerview zusammengearbeitet. Damals waren aber auch noch Goldman Sachs, JPMorgan Chase und Barclays Capital im Boot, die diesmal offenbar leer ausgehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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