Milliarden-Geschäft
Springer will sich angeblich Pro Sieben Sat1 einverleiben

Die Verlagsgruppe Axel Springer will nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" möglichst schnell die Mehrheit am größten deutschen TV-Konzern Pro Sieben Sat1 übernehmen. Derzeit hält Springer an der Senderfamilie 11,8 %.

HB BERLIN/MÜNCHEN. In den vergangenen Wochen habe Springer-Chef Mathias Döpfner das Milliardengeschäft mit den jetzigen Mehrheitseignern, einer Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban, besprochen. Im Prinzip seien die gegenwärtigen Hauptaktionäre des TV-Senders einverstanden. Nun solle ein Kaufvertrag ausgehandelt, unterzeichnet und dem Bundeskartellamt zur Genehmigung vorgelegt werden.

Eine Sprecherin des Springer-Verlags sagte, das Unternehmen äußere sich nicht zu Spekulationen. Auch ProSieben und die Deutsche Bank, die laut "Süddeutscher" als als Finanzier des auf 1,3 bis 1,5 Mrd. € geschätzten Geschäfts im Gespräch sei, lehnten eine Stellungnahme ab. Haim Saban selbst will aber offenbar auf jeden Fall an Pro Sieben Sat1 beteiligt bleiben. Ein Sprecher Sabans bekräftigte, die auf ihn entfallenden Aktien stünden nicht zum Verkauf.

Die Investorengruppe um den US-Milliardär mit mehreren Private-Equity-Gesellschaften war nach der Pleite der Kirch-Gruppe bei Pro Sieben Sat1 eingestiegen und hält über eine Beteiligungsgesellschaft 50,5 Prozent des Grundkapitals und 88 Prozent der Stimmrechte. Saban ist an der Zwischenholding mit knapp einem Viertel beteiligt. Die Investoren hatten die Pro-Sieben-Sat1-Aktien seinerzeit für 7,50 € je Vorzugsaktie erworben.

Für die Pro-Sieben-Sat1-Aktie ist mit den Gläubigern der einstigen Kirch-Gruppe eine Haltefrist bis August vereinbart. Nach Angaben aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen sieht die Klausel für den Fall eines vorzeitigen Verkaufs vor, dass etwa vier Fünftel der Mehrerlöse an die Kirch-Gläubiger gehen. Die Investoren hätten den Kirch-Gläubigern aber ein Aufheben dieser Klausel vorgeschlagen und dafür 15 Mill. € geboten. Die Kirch-Gläubiger seien im Grunde bereit zu verhandeln, eine Einigung gebe es aber noch nicht.

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