Milliarden-Investitionen überfordern Anbieter
Chipindustrie stößt an finanzielle Grenzen

Die rasante Entwicklung in der Halbleiterbranche macht immer mehr Firmen zu schaffen. Dabei könnten weltweite Partnerschaftsmodelle eine Lösung des Problems darstellen.

HB DRESDEN. „Das Innovationstempo der vergangenen vier Jahrzehnte können viele Anbieter nur noch schwer durchhalten, weil die Ausgaben für Forschung und Entwicklung immens steigen“, sagt Walter Roessger, Chef des Chipzulieferer-Verbands Semi Europe auf einer Handelsblatt-Tagung zur Halbleiterindustrie in Dresden.

Nach Ansicht von Roessger klafft im Jahr 2010 weltweit eine Lücke von zehn Mrd. Dollar zwischen den Forschungsausgaben, die sich die Chipzulieferer leisten können, und dem Betrag, der nötig wäre, um das gegenwärtige Entwicklungstempo aufrecht zu erhalten. Roessger: „Kein Mensch weiß, wie das bezahlt werden soll.“

Die Halbleiterbranche folgt seit 40 Jahren einer These des späteren Intel-Gründers Gordon Moore, wonach sich die Leistung eines Chips alle 18 bis 24 Monate verdoppelt – bekannt als „Moore’s Law“. Inzwischen sind die Strukturen auf den Halbleitern aber so klein, dass Forschung, Entwicklung und neue Maschinen Milliarden verschlingen. So kostet die vergangene Woche eingeweihte Fabrik des amerikanischen Halbleiterproduzenten AMD in Dresden rund 2,5 Mrd. Dollar. Der koreanische Chipanbieter Samsung hat jüngst angekündigt, in den kommenden Jahren 33 Mrd. Dollar an einem einzigen Standort zu investieren.

Immer weniger Anbieter können da mithalten. „Nicht einmal mehr die Hälfte der weltweiten Produktionskapazität arbeitet inzwischen mit den neuesten Technologiegenerationen“, sagt Wolfgang Ziebart, Chef des Münchener Chipherstellers Infineon. Vor sechs Jahren waren noch drei von vier Chipfabriken mit der führenden Technologie ausgestattet.

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