Milliarden-Poker
ARD und ZDF auch bei WM 2010 am Ball

Der Milliarden-Poker um die TV-Rechte ist beendet: Fußball-Fans können auch die WM 2010 in Südafrika weitgehend frei im deutschen Fernsehen verfolgen. Wer aber jede Partie sehen will, muss zahlen. Denn nur ein Sender zeigt hierzulande alle 64 WM-Spiele.

HB FRANKFURT. ARD und ZDF sicherten sich bei der Entscheidung des Fußball-Weltverbandes Fifa am Mittwoch in Frankfurt die Live-Rechte für 46 Partien, darunter alle wichtigen K.O.-Spiele inklusive Finale sowie alle Begegnungen der deutschen Mannschaft, sofern sie sich qualifiziert. Für die 18 übrigen Spiele erhielt Premiere die Exklusivrechte. Der Pay-TV-Sender wird wie bei der WM 2006 alle 64 Spiele live übertragen.

Während sich die hochrangigen Vertreter von ARD, ZDF und Premiere wie Sieger feierten, verließen die Fifa als eigentlicher Gewinner und der Rechteverteidiger Infront als großer Verlierer das Feld. Die Schweizer Agentur um ihren Manager Günter Netzer ging im Kampf der 22 Bieter um die europäischen Rechte leer aus, weil sich die Fifa in Eigenregie und ohne Zwischenhändler direkt mit den TV-Anstalten einigen wollte. „Der Entschluss war einstimmig“, sagte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder als Mitglied der Exekutive.

Obwohl der Weltverband damit das aus wirtschaftlicher Sicht reizvollste Angebot ausschlug, erzielte er in den Verhandlungen einen Quantensprung. Allein aus Europa erhält die Fifa für die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent eine Milliarde Euro, etwa doppelt so viel wie für die WM im kommenden Jahr. Für 2006 bezahlt Europa gut 500 Mill. der weltweit 1,1 Mrd. €. „Das ist eine große Errungenschaft für den Fußball. Die Zahlen sind enorm und beweisen, welchen Stellenwert der Fußball hat“, schwärmte Fifa-Präsident Joseph Blatter, ehe er die Verträge unterzeichnete.

Wie in Deutschland suchte die Fifa auch in den anderen führenden Fußball-Nationen Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich den direkten Draht zu den TV-Anstalten. Für Rest-Europa erhielt die European Broadcasting Union (EBU) den Zuschlag. Die Fifa will die großen TV-Anstalten auch dazu nutzen, um während der WM „spezielle Botschaften in die Welt zu senden“, so Blatter. Gedacht ist nach Angaben des Schweizers an humanitäre Spots.

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