Milliardengeschäft
Saban verpfändet Pro Sieben Sat 1

Die Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban macht ihren Anteil am TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 zu Geld, allerdings ohne ihn zu verkaufen.

HB MÜNCHEN. Die German Media Partners L.P., in der die Anteile der Investoren gebündelt sind, teilte am Mittwoch mit, es sei eine Fremdfinanzierung von 1,25 Mrd. Euro geplant, für die als Sicherheit die Beteiligung an Pro Sieben Sat 1 eingesetzt werde. „Wir sind sehr zufrieden mit der starken Ertragsentwicklung von Pro Sieben Sat 1 und bleiben zuversichtlich für die Entwicklung des Unternehmens unter der Führung des derzeitigen Managements“, erklärte die Investorengruppe.

Die Einzelheiten der Syndizierung blieben zunächst unklar. In der Mitteilung der German Media Partners hieß es, die Transaktion solle noch im Juni abgeschlossen werden. Die Einnahmen daraus sollten auf die an der German Media Partners beteiligten Investoren verteilt werden. Die Transaktion wird von der Investmentbank JP Morgan und der Deutschen Bank gesteuert.

Die German Media Partners halten 50,5 Prozent der Anteile und 88 Prozent der Stimmrechte von Pro Sieben Sat 1. Die Investorengruppe um Saban war vor rund drei Jahren nach der Pleite der Kirch-Gruppe bei dem TV-Konzern eingestiegen. In mehreren Tranchen hat die Gruppe schätzungsweise 525 Mill. Euro in die Mehrheitsbeteiligung investiert.

Erst am Dienstag hatte Pro Sieben Sat 1 überraschend mitgeteilt, den Vorschlag für die Dividende für 2005 auf 0,82 je Stamm- und 0,84 je Vorzugsaktie zu verdoppeln. Dadurch steigt die Ausschüttung auf 181,6 Mill. Euro – fast der ganze Jahresgewinn des Unternehmens.

Anfang des Jahres war der Verkauf des Pro-Sieben-Sat-1-Konzerns an die Verlagsgruppe Axel Springer am Widerstand des Bundeskartellamts gescheitert. Bei diesem Verkauf hätte die Gruppe um Saban für ihre gesamte Beteiligung rund 2,5 Mrd. Euro erhalten. Seitdem hatte es mehrfach Spekulationen gegeben, dass die Gruppe um Saban über einen Verkauf an einen anderen Interessenten verhandelt, was Saban aber dementiert hatte.

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