Milliardenschäden: Hacker aus Fernost übernehmen die Kontrolle

Milliardenschäden
Hacker aus Fernost übernehmen die Kontrolle

Der Fall des IT-Konzerns Nortel macht es deutlich: Hacker aus China werden immer mutiger und operieren immer gezielter. Ein Einzelfall ist das nicht - die Cyberattacken aus Fernost kosten mittlerweile Milliarden.
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Schanghai/FrankfurtEs scheint so fern und ist doch so nah. Chinesische Hacker sollen seit dem Jahr 2000 das Firmennetz des inzwischen zerschlagenen kanadischen Kommunikationskonzerns Nortel Networks ausspioniert haben. Das berichtete in dieser Woche das „Wall Street Journal“.

Auch wenn der Fall inzwischen weit zurückliegt – er zeigt nach Ansicht von Experten wie kein Fall zuvor, was Hacker anrichten können. „Dass so etwas über zehn Jahre möglich war, ist extrem. Aber ein Einzelfall ist Nortel nicht“, sagt Christian Funk von der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky: „So etwas passiert ständig, nur ist Nortel der erste Fall, in dem so etwas in seiner ganzen Dimension bekannt wird.“

Ausgangspunkt für den Angriff waren laut „Wall Street Journal“ die Passwörter von sieben Topmanagern Nortels, darunter auch das eines CEOs. Mit der Zeit hätten sich die Hacker immer tiefer ins System des Netzwerkausrüsters eingegraben und so einen breiten Zugang zu dessen Firmenrechnern erlangt.

Die Eindringlinge luden technische Zeichnungen, Forschungsergebnisse, Buchhaltungsdaten und E-Mails herunter. „Die Leute, die das sahen, glaubten nicht, dass es eine ernste Sache war“, zitiert die Zeitung Mike Zafirovski, den Ex-CEO von Nortel. Für Sicherheitsexperten Funk ein typischer Fall: „Es reicht nicht, nur eine IT-Sicherheits-Richtlinie zu schreiben. Die Mitarbeiter müssen speziell geschult werden, auch die Topmanager.“

Sprengstoff birgt der Nortel-Fall aber noch aus anderen Gründen: Als Ursprungsort der illegalen Zugriffe haben Nortel-Mitarbeiter die chinesischen Metropolen Schanghai und Peking identifiziert. Wovor Experten seit Jahren warnen, ist Realität. Hacker aus Asien operieren wesentlich gezielter als bisher angenommen, und sie werden immer dreister. Schätzungen zufolge erreicht der jährliche Schaden bereits mehrere Milliarden Euro.

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