Milliardenübernahme
Was Skype dem Software-Dino Microsoft bringt

Microsoft baut an einer Gegenmacht zu Google und Apple. Erst die Allianzen mit Yahoo, Facebook und Nokia, jetzt der Skype-Deal. Meisterstück oder Milliardengrab? Die Strategie ist riskant.
  • 3

New YorkMicrosoft ist auf einem Selbstfindungstrip. In der Software-Welt ist der Riese aus Redmond seit Jahrezehnten die Nummer eins. Doch in der Internet-Welt sucht der Hersteller des PC-Betriebssystems Windows und der Office-Büroprogramme noch seinen Weg. Nun zahlt Microsoft wieder Milliarden für den Internettelefonie-Dienst Skype, in der Hoffnung, seine Zukunft in der Internet-Ära zu sichern.

Skype bringt dem Windows-Riesen jede Menge Nutzer und eine erprobte Technologie für Videogespräche auch auf dem Handy. Der Preis ist mit 8,5 Milliarden Dollar drastisch höher als alle Summen, die bei bisherigen Besitzerwechseln für Skype auf den Tisch gelegt wurden - und das obgleich Microsoft mit dem Windows Live Messenger ein Konkurrenzprodukt im eigenen Haus hat. Hat es Microsoft also wirklich so nötig?

Der Konzern, der die IT-Branche in den vergangenen Jahrzehnten wie kein anderer beherrschte, befindet sich gerade in einer seltsamen Lage: Die Kassen füllen sich jedes Quartal mit neuen Milliarden; die Geldmaschine Windows ist nach wie vor die dominierende Plattform auf dem PC-Markt - und doch steht das Computer-Urgestein Microsoft unter massivem Druck der viel jugendlicher wirkenden Rivalen Apple und Google.

Viele von Microsofts Problemen fangen mit einem kleinen "i" an, wie iPhone, iPad und iMac. Apple hat es nicht nur geschafft, mit dem iPhone den Handy-Markt umzukrempeln, sondern rief mit dem Erfolg des Tablet-Computers iPad auch gleich noch die "Post-PC-Ära" aus. Will heißen: Der klassische PC verliert an Bedeutung, schlanke mobile Geräte ersetzen ihn an vielen Stellen. So gewagt die These auch erscheinen mag, aktuelle Marktzahlen zeigen bereits, dass das iPad und die Ausbreitung der Smartphones den PC-Absatz bremsen.

Diese Entwicklung trifft Microsoft in seinen Grundfesten: Windows und Office sind nach wie vor die Gewinnbringer. Aktuelle Zahlen zeigen es deutlich. Der operative Gewinn lag bei 5,7 Milliarden Dollar in dem Ende März abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal. Gut 2,7 Milliarden trug die Windows-Sparte bei, mehr als 3,1 Milliarden kamen von dem Business-Bereich mit seinen Office-Lizenzen. Dagegen brannte das Internet-Geschäft wieder ein Loch von mehr als 700 Millionen Dollar in die Kasse - während Suchmaschinenprimus Google gleichzeitig immer neue Rekordgewinne meldet.

Seite 1:

Was Skype dem Software-Dino Microsoft bringt

Seite 2:

660 Millionen Nutzer auf einen Schlag

Kommentare zu " Milliardenübernahme: Was Skype dem Software-Dino Microsoft bringt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ....was das bedeutet ist glockenklar. Skype wird in den kommenden Händen zerrieben. Es ist davon auszugehen, daß das preiswerte telefonieren in fremde Leitungen, und kostenlose Kommunikatien von Skype zu Skype der Vergangenheit angehören wird. Skype wird untergehen, wie die Sonne am Abend und nie mehr aufstehen. Es kann nicht wahr sein, daß das geschehen ist. Aber es ist so. Abgrundtiefes Mißtrauen gegenüber diesen Typen da drüben ist angebracht. Es ist eine Katastrophe.

  • Klingt durchweg interessant, aber hier ist es schwer zu spekulieren. Es heißt abwarten

  • Na ich weiß nicht so viel Geld.Kommt mir alles irgendwie bekannt vor-siehe Telekom und UMTS.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%