Millionenauflage bei der ersten Ausgabe: Gruner + Jahr landet Überraschungserfolg in Frankreich

Millionenauflage bei der ersten Ausgabe
Gruner + Jahr landet Überraschungserfolg in Frankreich

Eine neue Fernsehzeitschrift läuft im Nachbarland besser als von den Verlagsmanagern erwartet.

hps DÜSSELDORF. Gruner + Jahr hat in Frankreich einen Überraschungserfolg erzielt. Mit der Einführung einer zweiwöchigen TV-Zeitschrift namens „Tele 2 Semaines“ in Frankreich zu Jahresbeginn mischt G+J den TV-Zeitschriftenmarkt auf. Von der ersten Ausgabe seien 1 Mill. Exemplare, von der zweiten sogar 1,2 Mill. Exemplare verkauft worden. Die 14-tägliche Erscheinungsweise ist ein Novum in Frankreich. „Mit dem Verkaufspreis von 1 Euro fahren wir ein aggressives Marketing. Die Wiederkaufsquote liegt bei 75 %“, jubelt Axel Ganz, Chef der internationalen Magazin-Sparte. Mittelfristig will die Pariser Prisma Presse, eine 100 %ige G+J-Tochter, laut Ganz langfristig einen Jahresumsatz von 40 bis 50 Mill. Euro erzielen. „Bei Tele 2 Semaines handelt es sich um eine der erfolgreichsten Zeitschriftengründungen in Europa“, sagte ein Sprecher.

Unterdessen arbeitet G+J weiter daran, das enttäuschende US-Geschäft neu zu ordnen. „Wir müssen in den USA wieder ein solides Wachstum erzielen“, sagt Ganz. Vordringlich sucht die Printtochter des Medienriesen Bertelsmann nach einem neues US-Chef. Der bisherige Leiter der US-Tochter Daniel B. Brewster ist Mitte Januar ausgeschieden. „Die Suche nach einem Nachfolger für Brewster läuft gerade an“, sagt Ganz. Dabei gehe „Qualität vor Zeit“. Derweil leitet Axel Ganz als Interimschef das Sorgenkind.

„Der neue CEO muss eine Vorwärtsstrategie fahren. Das vergangene Jahr war von der Krise gekennzeichnet. Wir sind hinter den Erwartungen geblieben“, sagt Ganz. Die US-Tochter war zuletzt durch eine Schlammschlacht mit der TV-Talkerin Rosie O’Donnell in die Schlagzeilen geraten. Weiteren Imageschaden erlitt die Firma durch den Vorwurf, sie habe Anzeigenzahlen zu hoch ausgewiesen.

G+J-Amerika hat zudem seit langem schwere Probleme – unter anderem mit dem teuer eingekauften Wirtschaftsmagazin „Fast Company“. Nach dem 11. September 2001 war G+J USA in die roten Zahlen abgerutscht. Zwar plant G+J in den USA auch neue Titel wie die Klatschillustrierte „Gala“. Wann und ob das Zeitschriftenprojekt angesichts der hohen Anfangsverluste realisiert wird, darüber ist jedoch noch keine Entscheidung getroffen, sagen Insider.

Die Lage auf dem US-Zeitschriftenmarkt ist schwierig. Trotz besserer Werbeeinnahmen bleiben die Verlage zurückhaltend. Zuletzt meldeten Branchenschwergewichte wie Dow Jones („Wall Street Journal“) und die „New York Times“ aber steigende Gewinne. G+J bleibt vorsichtig. „Wir hören good news. Es gibt aber noch keine durchschlagende Erholung im US-Werbemarkt“, sagt Ganz. USA und Frankreich sind die wichtigsten Auslandsmärkte von G+J.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%