
DüsseldorfWie immer, wenn Apple zu einer Produktvorstellung lädt, schwirren die Spekulationen durch die Netzwelt. Dass der Konzern ein kleines iPad zeigt, gilt zwar als ausgemacht, über die Ausstattung wird aber in den Technologie-Blogs und Medien heiß diskutiert. Doch die interessanteste Frage lautet dieses Mal: Wie viel wird Apple dafür verlangen?
Das iPad ist derzeit ein Synonym für Tablet-Computer, so wie Tesa für Klebeband oder Tempo für Taschentücher. Apple hat mit seinem Gerät eine neue Produktkategorie geschaffen und hält bis heute 60 bis 70 Prozent des Marktes. Doch der Wettbewerb wird immer schärfer.
Apple hat mit dem iPad die Nase vorn: 2012 dürfte der Konzern nach Einschätzung des IT-Marktforschungsunternehmens Gartner 73 Millionen Geräte abgesetzt haben – das entspricht einem Marktanteil von gut 61 Prozent. Endgültige Zahlen für das Gesamtjahr liegen allerdings noch nicht vor.
Bei den Smartphones ist Android das mit Abstand am häufigsten installierte Betriebssystem, nicht jedoch bei den Tablets. Die verschiedenen Hersteller verkauften 2012 zusammen voraussichtlich 38 Millionen Geräte, ein Marktanteil von 32 Prozent. Darin ist das Kindle Fire von Amazon, auf dem eine modifizierte Android-Version zum Einsatz kommt, enthalten. Immerhin bedeutet das eine deutliche Steigerung: 2011 verkauften die Android-Hersteller nur 17 Millionen Geräte (29 Prozent Marktanteil).
Windows spielt bei den Tablet-Computern noch keine Rolle, doch das sollte sich mit dem Start von Windows 8 im Herbst 2012 ändern. Das neue Betriebssystem von Microsoft eignet sich auch für die Touch-Steuerung der mobilen Geräte. Gartner geht davon, dass der Software-Konzern und seine Partner 2012 rund fünf Millionen Tablets verkauften – das entspräche 4 Prozent Marktanteil.
Blackberry spielt mit seinem Playbook kaum eine Rolle. 2011 verkaufte Hersteller RIM weniger als eine Million Geräte mit dem Betriebssystem QNX, 2012 dürften es 2,6 Millionen gewesen sein (2,2 Prozent). Ob ein Gerät mit dem neuen Betriebssystem Blackberry 10 herauskommt, ist derzeit noch nicht bekannt.
Am Ende der Woche bringt Microsoft mit dem Surface das erste Tablet mit Windows 8 auf den Markt. Und traut man den Informationen, die das Technologie-Blog The Next Web verbreitet, legen Google und Samsung bald gemeinsam ein Tablet im großen iPad-Format vor.
Hinzu kommen etliche Mini-Tablets. Besonders aggressiv tritt Amazon auf: Der Online-Händler gibt offen zu, sein Kindle Fire zum Herstellungspreis zu verkaufen – Geld verdient er mit den Inhalten, die die Nutzer im Online-Laden kaufen. In den USA ist das Gerät bereits auf dem Markt, in Deutschland kommt es diese Woche zu Preisen ab 160 Euro auf den Markt.
Damit nicht genug: Google lässt sich von Asus das Nexus 7 bauen und vermarktet es unter eigenem Namen für 200 Euro. Auch der Mobilfunker Vodafone verkauft sein Smart Tab 2 zu einem kaum schlagbaren Preis von 190 Euro. Und der Straßenpreis des Galaxy Tab 2 7.0 von Samsung ist in ähnlichen Regionen angekommen.
Das Geschäft mit den Sieben-Zoll-Geräten überließ Apple bislang der Konkurrenz. „Anders als beim großen iPad steigt Apple in einen Markt ein, der sich schon entwickelt hat“, sagt Annette Zimmermann, Analystin beim Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner, das auf IT-Themen spezialisiert ist.
Die Wettbewerber setzen Apple mit diesen Billigpreisen unter Druck. „So niedrig kann Apple nicht gehen, das Unternehmen ist immer noch ein Hardware-Hersteller“, sagt Zimmermann. Somit sei die spannende Frage: Wie viel verlangt der iPad-Hersteller für das Kleine? Für den Verkaufserfolg in dem rasant wachsenden Markt ist das eine zentrale Frage.

Zum Glück. Nicht das noch jeder Prolet damit rumlaufen darf.

BILLIG war Apple nie, aber die Preise sind sehr fair ... mac-harry.de
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