Mit Ausschluss gedroht
New Yorker Börse will Qimonda rauswerfen

Nicht genug, dass dem hoch defizitären Halbleiterhersteller Qimonda das Geld ausgeht, jetzt droht dem Münchener Konzern auch noch der Rauswurf aus der New Yorker Börse. Grund dafür ist der tiefe Fall des Aktienkurses. Die Papiere notieren seit Wochen deutlich unter der Marke von einem Dollar. Einen solch niedrigen Kurs lassen die Regeln der Wall Street nicht dauerhaft zu.

MÜNCHEN. Deshalb hat die New York Stock Exchange der Infineon-Tochter vergangene Woche mit dem Ausschluss gedroht. Allerdings habe Qimonda nun noch einige Monate Zeit, um die Ein-Dollar-Grenze wieder zu überspringen, sagte gestern ein Unternehmenssprecher. Der Ausschluss erfolge frühestens am 7. Mai. Entscheidend sei der Durchschnittskurs der Aktien an 30 aufeinander folgenden Tagen.

Infineon hat seine Speicherchip-Tochter Qimonda im August 2006 in New York aufs Parkett gebracht. Der Ausgabekurs: 13 Dollar. Gestern notierte das Papier bei rund 13 US-Cent. Der erbärmliche Kurs ist ein Spiegelbild der enormen Verluste der vergangenen Monate und der Unsicherheit, wie es weiter geht.

Zuletzt hat das Unternehmen sein Überleben durch den Verkauf seines Anteils an einer Taiwaner Chipfabrik gesichert. Dafür flossen der Firma Anfang des Monats rund 150 Mio. Euro zu, bis Ende November sollen weitere 150 Mio. Euro auf den Konten eintreffen. Zum Vergleich: Allein im zweiten Quartal fuhr die Firma bei einem Umsatz von 384 Mio. Euro einen Verlust von 401 Mio. Euro ein.

Auf Dauer kann Qimonda nur überleben, wenn die Preise für Speicherchips anziehen oder sich schnell ein Investor findet. Infineon-Chef Peter Bauer hatte sich am Dienstag noch zuversichtlich gezeigt, einen Abnehmer für seinen Anteil von 77,5 Prozent an Qimonda zu finden. Auch der Qimonda-Sprecher sagte gestern, es werde weiter nach Partnern gesucht.

Qimonda hat bereits Mitte Oktober ein rigides Sparprogramm angekündigt. Der Konzern will sich künftig vor allem auf Produkte für Großrechner, sogenannte Server, und Grafikkarten konzentrieren. Im Zuge des Umbaus sollen bis Sommer nächsten Jahres 3 000 von 14 000 Stellen weltweit wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Das Unternehmen will so die Kosten um 450 Mio. Euro jährlich drücken. ?Der tiefgreifende Abschwung in der Dram-Industrie und die Konsequenzen für unsere finanzielle Situation haben uns veranlasst, unser Geschäftsmodell neu auszurichten?, sagte damals Vorstandschef Kin Wah Loh.

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