Mit der Überalterung der Zuschauerschaft geraten RTL und Pro Sieben Sat 1 in die Defensive
Methusalem-Komplott im TV-Geschäft

Das Durchschnittsalter der Fernsehzuschauer steigt, Vertreter der Boomjahrgänge der frühen sechziger Jahren steuern auf den 50. Geburtstag zu. Und über all das dürfen ARD und ZDF sich freuen und die Privaten sich ärgern.

FRANKFURT. Eigentlich sollte ZDF-Intendant Markus Schächter vor der American Chamber of Commerce über digitales Fernsehen eine 20-minütige Rede halten. Doch als der eingeladene Kabel-Deutschland-Chef Roland Steindorf nicht erschien, verzichtete Schächter darauf, Visionen zu beschwören. Der konservative Pfälzer konzentrierte sich auf handfeste Zahlen: Das Durchschnittsalter der Fernsehzuschauer steigt, Vertreter der Boomjahrgänge der frühen sechziger Jahren steuern auf den 50. Geburtstag zu. Und über all das dürfen ARD und ZDF sich freuen und die Privaten sich ärgern.

In der Gesellschaft bahnt sich ein Methusalem-Komplott an – der Jugendwahn ist bald passé, die Älteren rücken in den Fokus. Die Folgen fürs TV-Geschäft liegen auf der Hand: Millionen scheiden Jahr für Jahr als Zuschauer für die Privaten aus. Denn für die Werbekunden und damit auch für die TV-Unternehmen zählen bisher nur die 14- bis 49-Jährigen. Im Gegenzug profitieren ARD und ZDF von der Umkehr unserer Alterspyramide. Die vom FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher in seinem Bestseller „Das Methusalem-Komplott“ beschriebenen Umwälzungen drohen die TV-Branche bis ins Mark zu treffen. Die 90 Gäste, die sich zu Ehren Schächters in dem fensterlosen Festsaal der Nobelherberge „Frankfurter Hof“ versammelt hatten, hörten die These zur demographischen Entwicklung und deren Folgen gerne. Denn auch die meisten Gäste der Wirtschaftsvereinigung waren jenseits der Zielgruppe von RTL und Pro Sieben Sat 1.

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