Mitarbeiter beurlaubt
Telekom zieht Konsequenzen aus Spitzelaffäre

Die Deutsche Telekom trennt sich von vier Mitarbeitern der Sicherheitsabteilung von T-Mobile. Der Konzern wirft ihnen vor, Verbindungsdaten von Journalisten und Aufsichtsräten ausgespäht zu haben.

DÜSSELDORF/BONN. Die Deutsche Telekom zieht personelle Konsequenzen aus den Datenskandalen: Wie das Handelsblatt aus dem Konzernumfeld erfuhr, hat das Unternehmen in den vergangenen Tagen vier Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung der Mobilfunktochter T-Mobile beurlaubt. Der Konzern wirft ihnen vor, Verbindungsdaten von Journalisten, Aufsichtsräten und sogar den eigenen Mitarbeitern ausgespäht zu haben.

Die personellen Schritte kommen über ein Jahr nachdem die erste Spitzelaffäre um den Abgleich von Gesprächen zwischen einem Journalisten und einem Aufsichtsrat bekannt wurde. Schon im vergangenen Sommer war dem Konzern bekannt, wer die Daten verglichen hatte.

Bis vor kurzem argumentierte die Telekom aber, es handele sich um einen Einzelfall. Der betreffende Mitarbeiter habe nur im Auftrag gehandelt und gar nicht gewusst, wofür die Daten bestimmt waren. Es sei deshalb auch nicht nötig gewesen, ihn vor die Tür zu setzen. Er behielt seinen Job in der Sicherheitsabteilung der Mobilfunktochter.

Nun aber hat die Telekom bei internen Ermittlungen zum Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten heraus gefunden, dass der Sicherheitsmitarbeiter von T-Mobile in weiteren Fällen illegal Verbindungsdaten ausgespäht hat – und zwar Daten von den eigenen Kollegen. Damit sollten diejenigen überführt werden, die die Kundendaten aus dem Konzern geschleust haben. Die Telekom geht davon aus, dass Beschäftigte die Kundendaten geklaut haben.

Neben dem direkten Spitzel hat die Telekom auch seinen Zimmerkollegen sowie deren Vorgesetzten und den Leiter der Sicherheitsabteilung von T-Mobile nach Hause geschickt. Die Telekom wollte sich nicht dazu äußern. Sie verwies auf eine Pressekonferenz, die für Mittwoch angesetzt ist.

Dort will der neue Datenschutzvorstand Manfred Balz sich zu dem Thema äußern und weitere Erkenntnisse bei der Aufklärung des Kundendatenklaus bekannt geben. Insgesamt hat die Telekom inzwischen sieben Fälle von Datenmissbrauch aus den vergangenen fünf Jahren bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%