Mitarbeiter sollen 2005 am Gewinn beteiligt werden
Gruner + Jahr hat im Inland mehr verdient

Europas größtes Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr will fast alle seine inländischen Mitarbeiter 2005 wieder an den Gewinnen beteiligen. Grund hierfür ist eine verbesserte Ertragslage, für die unter anderem kurzfristige Marketing- und Kosteneinspareffekte verantwortlich seien.

HAMBURG. „Nach dem ersten Halbjahr stehen die Chancen gut, dass die G+J-Mitarbeiter für 2005 eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 20 Prozent des Bruttomonatslohns erhalten“, heißt es in einer interen Unterlage, die dem Handelsblatt vorliegt. G+J-Chef Bernd Kundrun will hierzu morgen auf einer Pressekonferenz nähere Angaben machen.

Die zum Gütersloher Bertelsmann-Konzern gehörende Verlagstochter hatte in den beiden vergangenen Jahren keine Ausschüttung gezahlt, weil der Konzern durch die Krise im Anzeigengeschäft sowie konjunkturbedingt die hierfür notwendigen Renditevorgaben nicht erreicht hatte.

Voraussetzung für die jetzt geplante Ausschüttung ist, dass das Ergebnis im 2. Halbjahr 2005 ähnlich hoch wie in den ersten sechs Monaten ausfällt. Die Aussichten hierfür sind gut: Der Verband der Zeitschriftenverleger (VDZ) geht davon aus, dass das Anzeigengeschäft in Deutschland wieder anzieht. „Nach einem schwachen Jahresauftakt deuten auch die Anzeigenbuchungen für den Herbst auf eine leichte Belebung des Anzeigengeschäfts hin“, sagt ein VDZ-Sprecher. Im ersten Halbjahr hatte G+J bei den für die Ausschüttung notwendigen Geschäftsfeldern ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 53,2 Mill. Euro erzielt. Vergleichszahlen zum Vorjahr liegen nicht vor. Der Konzern beschäftigt weltweit mehr als 11 500 Mitarbeiter.

Angesichts eine verbesserten Inlandsgeschäfts hat der Verlagsriese gute Aussichten, im Gesamtjahr 2005 den Ertrag zu steigern. So hatte sich der G+J-Chef bereits vor kurzem von seinem gesamtem US-Engagement getrennt, weil der Verlag hier wegen diverser Skandale unter Druck geriet. Zudem schob Kundrun im deutschen Zeitschriftengeschäft eine Schlankheitskur an. G+J hatte 2004 ein operatives Ergebnis von 215 (238) Mill.Euro erzielt.

Ein G+J-Sprecher will zur Ertragslage im laufenden Geschäftsjahr und zur Gewinnbeteiligung keine Stellung nehmen. Auch wie viele Mitarbeiter eine Ausschüttung erhalten sollen, wollte er nicht sagen.

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