Mitarbeiter werden aktiv: SAP-Gründer Hopp sieht Walldorf in Gefahr

Mitarbeiter werden aktiv
SAP-Gründer Hopp sieht Walldorf in Gefahr

Es kommt einer kleinen Revolution gleich: Nach 30 Jahren werden die Mitarbeiter der Softwareschmiede SAP vielleicht bald einen Betriebsrat wählen. Während die Konzernleitung notgedrungen ihre Unterstützung zugesagt hat, warnt Firmengründer Dietmar Hopp vor einem Einfallstor für die IG Metall. Das könne schlimme Konsequenzen haben.

DÜSSELDORF. Schlimmstenfalls sei Walldorf als Standort der Konzernzentrale in Gefahr, sagte Hopp gegenüber Handelsblatt.com. Dabei gehe es ihm nicht grundsätzlich um die Ablehnung eines Betriebsrates, sondern um die mögliche Einflussnahme der IG-Metall. Eine der Befürchtungen Hopps sind die rigiden Vorstellungen der Gewerkschafter zur Arbeitszeit. „Wenn einer die Gewerkschaft fragen muss, darf ich heute abend um elf Uhr mit Kalifornien telefonieren, dann gute Nacht schöne SAP.“

Drei Arbeitnehmer des Softwarekonzerns haben für Donnerstag, den 2. März zu einer Betriebsversammlung eingeladen, mit dem Ziel, einen Betriebsrat zu wählen. Ein SAP-Sprecher bestätigte den Termin und fügte hinzu: „Sollte die Mehrheit der Mitarbeiter eine Wahl wünschen, wird das Unternehmen diese unterstützen.“ Sollte bei der Betriebsversammlung Anfang März die Mehrheit der anwesenden Mitarbeiter dafür stimmen, wird zunächst ein so genannter Wahlvorstand gewählt. Dieser aus fünf bis neun Mitgliedern bestehende Vorstand stellt dann schließlich einen Betriebsrat zusammen. Der Betriebsrat wäre dann zunächst einmal für rund 10 000 Mitarbeiter der SAP AG zuständig, nicht jedoch für die Mitarbeiter in der deutschen Landesgesellschaft.

 SAP-Gründer Hopp im Audio-Interview: „Dann kann es passieren, dass die SAP-Zentrale nicht mehr in Walldorf ist...“

Der Marktführer für Unternehmenssoftware ist das größte Unternehmen in Deutschland ohne Betriebsrat. Im Zuge des Börsengangs 1988 wählten die Beschäftigten jedoch acht Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat. Das informelle Gremium, das sich mindestens einmal wöchentlich trifft, versteht sich als vom Vorstand legitimierte Interessensvertretung für die weltweit 32 000 Mitarbeiter.

„Die überwältigende Mehrheit der SAP-Mitarbeiter fühlt sich durch die jetzige Form der Mitarbeiterbeteiligung über den Aufsichtsrat gut repräsentiert, die auf einer Mitbestimmungsvereinbarung mit dem Vorstand basiert“, sagt Stefan Schulz, einer der SAP-Mitarbeitervertreter im Aufsichtsrat. Die Mehrheit der SAP-Mitarbeiter wolle über die Arbeitnehmervertretung die eigenen Interessen und nicht von außen gesteuerte Gewerkschaftspositionen unterstützen. „Wird jedoch Anfang März die Wahl eines Betriebsrates beschlossen, werden sich auch aus den Reihen der Mitarbeiter unabhängige Kandidaten für eine Betriebsratswahl finden“, sagte Schulz.

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