Mitfinanzierung des Glasfasernetzes
Freenet will der Telekom Geld zustecken

Nach United Internet hat nun auch der Internet-Dienstleister Freenet der Deutschen Telekom angeboten, das geplante Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz mitzufinanzieren. Dass der Branchenprimus das Angebot annimmt, glaubt Freenet indes nicht.

HB FRANKFURT. „Entsprechend unseres Marktanteils ist Freenet bereit, sich mit rund 200 Mill. Euro an den Investitionskosten zu beteiligen“, sagte Freenet-Chef Eckhard Spoerr der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ laut einer Vorabmeldung aus der Samstagsausgabe. „Ich befürchte aber, dass die Telekom auf das Angebot nicht eingehen wird“, fügte er hinzu.

Zuvor hatte bereits United-Internet-Chef Ralph Dommermuth seine Bereitschaft zur Beteiligung an den Investitionskosten des 3 Mrd. Euro teuren Hochgeschwindigkeitsnetzes (VDSL) signalisiert. Der „FAZ“ sagte Dommermuth: „Bei unserem Marktanteil ergäben sich rechnerisch rund 500 Mill. Euro.“ Allein in diesem Jahr kaufe United Internet Vorleistungen für 400 Mill. Euro. „Diese laufenden Kosten würden sich durch die Direktinvestition deutlich verringern“, begründete er das Engagement. Der Online-Anbieter betreibt kein eigenes Netz, sondern kauft seine Leistungen bei der Telekom ein.

Die Telekom hatte sich zu Dommermuths Vorstoß zurückhaltend geäußert. „So lange kein formelles, ausgestaltetes Angebot vorliegt, können wir es nicht bewerten“, hatte ein Sprecher gesagt. Ob der Telefonriese grundsätzlich bereit wäre, Drittanbieter an dem Projekt zu beteiligen, wollte er nicht sagen. Die Telekom will das Kupferkabelnetz in den 50 größten deutschen Städten mit Glasfaser aufrüsten.

Die Deutsche Telekom hatte als Voraussetzung für den Aufbau des VDSL-Netzes für noch schnellere Internet-Übertragungen eine zumindest zeitweilige Freistellung von der Regulierung verlangt, um die eigenen Investitionen abzusichern. Die Bundesregierung hatte sie dabei unterstützt, allerdings fordert die Europäische Union eine Regulierung. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit, ob es sich bei dem Netz mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde um eine neue Technologie handelt, die von der Regulierung freigestellt werden könnte.

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