"Mittelfristig offen für strategischen Partner"
EM.TV-Gerüchteküche brodelt

Spekulationen um eine Übernahme durch den US-Medieninvestor Haim Saban haben die Aktien des Münchener Medienunternehmens EM.TV am Montag zweistellig zulegen lassen.

HB MÜNCHEN. Der defizitäre Filmrechtehändler ist nach den Worten seines Vorstandschefs Werner Klatten mittelfristig offen für einen strategischen Partner und würde auch mit dem US-Medienunternehmer Haim Saban sprechen.

„Herr Saban ist weder an mich noch an wesentliche Aktionäre herangetreten. Ich würde mit ihm sprechen, wenn er an uns herantreten sollte“, sagte Firmenchef Klatten am Montag in einem Reuters-Interview. Klatten reagierte damit auf Berichte, Saban sei an EM.TV interessiert und habe bereits Anteile an dem Unternehmen gekauft. Saban, der schon die Senderfamilie Pro Sieben Sat1 gekauft hat, hatte eine Stellungnahme zu den Übernahmespekulationen abgelehnt.

„Als kleines, mittelständisches Unternehmen würde ein strategischer Partner mittelfristig Sinn machen, um Vertrieb und Distribution zu stärken“, sagte Klatten, der Übernahmespekulationen zugleich klar zurückwies: „Ein Finanzinvestor steht nicht zur Diskussion, auch keine Übernahme von EM.TV durch einen Dritten“. EM.TV brauche nach seiner Sanierung keinen Investor, und es gebe derzeit auch keine aktuellen Gespräche. Klatten bekräftigte, er wolle Vorstandschef bleiben, auch wenn er nicht mehr Großaktionär des Filmrechtehändlers sei.

Klatten bekräftigte, die neue EM.TV werde nach ihrer Sanierung im kommenden Jahr unter Strich schwarze Zahlen schreiben. „Wir erwarten in beiden Kerngeschäftsfeldern Sport und Kinder- und Jugendprogramme in diesem Jahr operativ schwarze Zahlen“, sagte der Firmenchef. Klatten hatte den einstigen Börsenstar seit seinem Amtsantritt 2001 saniert und im dritten Anlauf mit den Gläubigern die Umschuldung eines existenzbedrohenden Bonds über 400 Mill. € vereinbart. Eine neue EM.TV soll befreit von Altlasten künftig die Geschäfte führen.

Die jüngste Kooperation mit dem Filmrechtehändler RTV Family Entertainment sei zudem ein „wichtiger Schritt, um aktiv an der Konsolidierung der Branche mitwirken zu können“, sagte Klatten weiter. EM.TV vertreibt künftig Kinder- und Jugendprogramme von RTV in wichtigen ausländischen Märkten. Das Unternehmen hatte am Wochenende zudem mitgeteilt, nach monatelangen Verhandlungen von der insolventen KirchMedia die restlichen 50 % an dem Joint Venture Junior.TV zu kaufen, um das Kerngeschäftsfeld zu stärken.

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