Mittelständische Musikindustrie prangert an
Kritik am „Kartell gegen deutschsprachige Künstler“

Ein „Kartell von Rundfunksendern und Mediengiganten gegen deutschsprachige Künstler“ hat die mittelständische Musikindustrie in Deutschland kritisiert.

HB BERLIN. Ohne eine Musikquote in den Sendern für deutsche Sänger oder Produktionen sei die deutsche Musikwirtschaft gegenüber ausländischer und vor allem US- amerikanischer Musik „völlig chancenlos“, sagte der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, am Dienstag anlässlich der Musikmesse Popkomm in Berlin.

„Ohne Quote kann die deutsche Musikindustrie nicht überleben, deren Umsatz in den letzten Jahren dramatisch eingebrochen ist. Insbesondere der mittelständischen Musikbranche droht der Kollaps.“

Unterstützung erhielt er dabei auch von Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer, die dazu an diesem Mittwoch auch eine gemeinsame Anhörung von Kulturausschuss und Enquete-Kommission Kultur im Bundestag initiiert hat. Sie warnte die Hörfunksender vor einem weiteren Abbau im Kulturbereich und forderte gleichzeitig eine größere Unterstützung der nationalen Musikproduktion durch eine Quote für einheimische Produktionen. Sie könne sich vorstellen, dass dies zunächst im Rundfunkstaatsvertrag eines einzelnen Bundeslandes festgeschrieben wird. „Dann können wir ja vergleichen.“

„Das sind wir unserer kulturellen Identität schuldig“, betonte die kulturpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag. „Das hat auch nichts mit Deutschtümelei zu tun. Andere Länder kümmern sich ganz selbstverständlich um ihre eigenen Künstler.“ Laut Vollmer gibt es eine Musikquote bereits in zahlreichen Ländern, neben Frankreich und der Schweiz unter anderem auch in Australien, Kanada, Nigeria, Venezuela, Bulgarien und Rumänien. Wenn dies als Eingriff in den freien Markt kritisiert werde, dann seien auch die allseits begrüßten Förderungen wie die Buchpreisbindung, der Deutsche Filmpreis oder die Rundfunkgebühren ein solcher Eingriff.

Erstmals zeichneten die mittelständische Wirtschaft und der Verein Deutsche Sprache ausländische Musikgruppen aus, die in deutscher Sprache singen. Der mit 3000 Euro dotierte Internationale Musikpreis geht 2004 an die rumänischen Deutschrocker von „Ricochée“ aus Hermannstadt.

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