„Mitwirkendenvertrag“ auch mit Ullrich-Berater Pevenage
Dubioser Ullrich-Vertrag bleibt für Boßdorf und Struve folgenlos

Die ARD hat ihre Verträge mit dem 66-jährigen Programmdirektor Günter Struve und dem umstrittenen Sportkoordinator Hagen Boßdorf verlängert. Dieses Ergebnis der Hauptversammlung der ARD aus Intendanten und Gremienvorsitzenden teilte ARD-Sprecher Rudi Küffner in Schwerin mit.

HB SCHWERIN. Es habe „längere Gespräche in der internen Sitzung“ gegeben, hieß es aus Kreisen der ARD-Intendanten. Das Ergebnis war nicht einstimmig: Zumindest Dagmar Reim, Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), hat den Angaben zufolge gegen die Vertragsverlängerung Boßdorfs gestimmt.

Struve und Boßdorf waren wegen der umstrittenen Verträge mit Radsportprofi Jan Ullrich, der von der ARD Honorar erhalten hatte, zuletzt in die Diskussion geraten. Struve hatte am vergangenen Donnerstag dafür die Verantwortung übernommen. Gegen Boßdorf ermittelt zudem noch die Hamburger Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der falschen eidesstattlichen Versicherung in Zusammenhang mit Vorwürfen wegen seiner Beziehungen zur Stasi.

Struve bleibt bis Oktober 2008 im Amt, was eine Vertragsverlängerung um anderthalb Jahre bedeutet. Boßdorf wurde für weitere fünf Jahre bis zum 31. März 2012 verpflichtet. In seinem Vertrag ist allerdings eine Auflösungsklausel enthalten, wie Küffner sagte. WDR-Intendant Fritz Pleitgen erklärte am Mittwoch im WDR-Radio die Verlängerung der beiden Verträge damit, dass beide nicht allein verantwortlich für die Affäre gewesen seien. „Sie waren beteiligt, aber nicht allein.“

Der Vertrag für Boßdorf hänge allerdings noch davon ab, was die inzwischen auf Grund einer Anzeige laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft um dessen Stasi-Verstrickung ergäben, sagte Pleitgen. „Für uns Intendanten ist ganz klar: Diese Vertragsverlängerung kann es nur geben, wenn dieses Verfahren positiv für Boßdorf ausgeht. Es dürfen keine weiteren relevanten Erkenntnisse in Sachen Stasi hinzu kommen. Und es dürfen keine Verträge mehr passieren, dieser Art, wie wir sie gerade hinter uns gebracht haben“, unterstrich Pleitgen.

Der Vertrag von Programmdirektor Struve war erst im Juni von den Intendanten ein weiteres Jahr bis Ende 2007 verlängert worden. Der frühere WDR-Fernsehdirektor ist seit 1. Mai 1992 oberster Programmchef des Senderverbunds in München.

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