Mobilcom und Freenet
Gericht gibt Fusion frei

Die geplante Fusion zwischen dem Mobilfunkunternehmen Mobilcom und seiner Hamburger Festnetz- und Internet-Tocher Freenet.de steht vor dem Durchbruch. Nach monatelangem Tauziehen mit Kleinaktionären hat das Landgericht Kiel am Freitag die drei verbliebenen Klagen gegen die geplante Verschmelzung zurückgewiesen.

HB HAMBURG. „Das Landgericht stimmt der Fusion zu“, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag in Kiel. Damit kann die Verschmelzung trotz der laufenden Klagen ins Handelsregister eingetragen werden und wird somit wirksam. Zuvor hatte bereits das Hamburger Landgericht den Weg für den Zusammenschluss freigegeben.

Das Kieler Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass eine der drei verbliebenen Klagen offensichtlich unbegründet sei. Bei den beiden anderen Klägern entschied die Kammer für Handelssachen, dass das Interesse der beiden Unternehmen an einer Fusion überwiege. Gegen die Entscheidung können die Kläger binnen zwei Wochen Beschwerde beim Oberlandesgericht Schleswig einlegen.

Die Anteilseigner hatten die Verschmelzung vor gut einem Jahr mit großer Mehrheit beschlossen. Der Vollzug war durch mehr als zwei Dutzend Anfechtungsklagen von Kleinaktionären blockiert. Mit einem Großteil von ihnen hatte sich der Vorstand nach langen Verhandlungen unlängst auf einen außergerichtlichen Kompromiss geeinigt. Bei Freenet schloss sich nur ein Kläger dem Vergleich nicht an, bei Mobilcom waren es drei. In den beiden Freigabeverfahren in Kiel und Hamburg ging es darum, ob die beiden Unternehmen vor dem Ende eines erwarteten Gerichtsmarathons verschmolzen werden können.

Vorstandschef Eckhard Spoerr hat mehrfach gewarnt, dass Mobilcom und Freenet bei einem Scheitern der Fusion auf dem hart umkämpften Telekommunikationsmarkt ins Hintertreffen geraten würden. Die Verschmelzung soll Mobilcom/Freenet in die Lage versetzen, durch Akquisitionen zu wachsen. Der Konzern hatte unlängst eine Offerte für das Internet-Zugangsgeschäft von AOL Deutschland abgegeben. Den Zuschlag hatte allerdings der Telekommunikationskonzern Telecom Italia erhalten, dessen Tochter Hansenet bei schnellen Internetzugängen in Deutschland damit zur Nummer zwei United Internet aufrückt.

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