Mobile Werbung
Facebook in der Smartphone-Falle

Der anhaltende Siegeszug der Smartphones mischt den Werbemarkt auf. Doch ausgerechnet Facebook hat noch kein Modell fürs Handy. Das sorgt in der Werbebranche für Unverständnis. Der Druck auf das Freundeportal steigt.
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Die werbetreibenden Unternehmen geben immer mehr Geld für Werbung in kleinen Programmen, sogenannten Apps, und auf Websites aus. Im vergangenen Jahr wanderten in Deutschland 36 Millionen Euro in mobile Display-Werbung, errechnete jüngst das Marktforschungsunternehmen Nielsen. Das ist angesichts eines Werbekuchens von insgesamt knapp 30 Milliarden Euro in Deutschland zwar ein geringer Anteil. Aber das Potenzial ist groß: Die Nielsen-Marktforscher erwarten in diesem Jahr ein Wachstum von 70 Prozent.

Doch ausgerechnet Facebook, das von der Werbeindustrie so umgarnte Freundeportal mit inzwischen mehr als 901 Millionen Nutzern, hat noch kein Werbemodell fürs Handy. Das sorgt in der Werbebranche für Unverständnis, schließlich greifen inzwischen mehr als 488 Millionen Facebook-Nutzer über ihre mobilen Endgeräte wie Smartphones auf die Plattform zu.

„Wir warten schon lange auf ein solches Angebot“, sagt Florian Gmeinwieser, Geschäftsführer des zur Serviceplan-Gruppe gehörenden Internetspezialisten Plan-Net. „Ich kann mir keinen Reim darauf machen.“

Mobiles Marketing hat allerdings einen Makel: Das Display im Taschenformat lässt wenig Platz für Werbeflächen. Erscheinen zu viele Anzeigen auf dem Bildschirm - einige Vermarkter verkaufen bereits Anzeigen, die die halbe Fläche ausfüllen -, dann ist der Nutzer schnell genervt. Dieses Risiko könnte einer der Gründe für das Zögern von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sein.

Für Michael Altendorf, Geschäftsführer der Facebook-Media-Agentur Adtelligence, ist es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis Facebook ein eigenes Werbeformat für Handys bringt. Die milliardenschwere Übernahme der Foto-Plattform Instagram ist für ihn ein klares Signal, dass Zuckerbergs Mitarbeiter an einer mobilen Werbestrategie arbeiten. „In eine solche Foto-App kann man schließlich gut Werbung einbinden“, sagt Altendorf.

Der Druck auf das Freundenetzwerk Facebook steigt: Seit dem Börsengang vor gut zwei Wochen erlebt die mit 38 Dollar gestartete Aktie einen unerwarteten Kursrutsch. Inzwischen hat sie ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Investoren wollen wissen, woher die künftigen Werbeeinnahmen kommen.

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