Mobile World Congress
Das Labor der supervernetzten Welt

Wie sehen die neuen Nokia-Smartphones aus? Warum wird das Auto zum Portemonnaie? Und was wird als nächstes vernetzt? Auf dem Mobile World Congress zeigt die Technikbranche ihre Neuigkeiten. Welche Trends wichtig werden.
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BarcelonaDer Mobile World Congress (MWC) ist die wichtigste Messe der Mobilfunkbranche. Und weil heutzutage so ziemlich alles vernetzt wird, ist die Veranstaltung vielfältiger und größer denn je. Schon vor dem offiziellen Start am Montag zeichnet sich ab: Mehr als 100.000 Besucher dürften in diesem Jahr zur Fachveranstaltung in Barcelona kommen. Für Schlagzeilen dürfte einerseits Nokia sorgen, das eine Art Comeback feiert. Andererseits ist da Netflix-Chef Reed Hastings, der vermutlich um Telekom, Vodafone & Co. werben wird. Und an vielen Ständen zeigt sich ein Ausblick auf die supervernetzte Welt. Die wichtigsten Trends im Überblick.

Künstliche Intelligenz: Im Angesicht von Alexa

Das Smartphone per Gesichtserkennung entsperren, die Kopfhörer per Sprachsteuerung nutzen: Künstliche Intelligenz, kurz KI, soll Technologie schlauer und besser machen. Dabei helfen Plattformen wie Alexa, der digitalen Assistentin von Amazon. Auch andere Unternehmen können diese in ihre Produkte einbauen, egal ob Lautsprecher, Autos, Computeruhren oder natürlich Smartphones. Huawei wird etwa ein Gerät mit der Amazon-Software zeigen. Auch der Google Assistant dürfte in einigen neuen Produkten zu Diensten sein.

Derartige Anwendungen werden auf dem MWC vermutlich die sichtbarste Spielart der KI sein. Für die Netzbetreiber gibt es aber zahlreiche weitere Einsatzszenarien. So können Chatbots helfen, den Kundenservice zu verbessern – etwa wenn sie in einem Dialog mit Kunden automatisch die richtigen Informationen auftreiben und übermitteln. Und die Analyse großer Datenmengen aus den Netzwerken kann helfen, diese effizienter zu betreiben. Das ist nicht so spektakulär wie ein digitaler Assistent, aber ebenso nützlich.

Mobiles Bezahlen: Klick & weg

Tanken und wegfahren: Das soll demnächst bei Shell möglich sein. Der Ölkonzern zeigt auf dem Mobile World Congress gemeinsam mit Jaguar ein Projekt, bei dem Fahrer direkt aus dem Auto heraus bezahlen können, die elektronische Quittung ist auf dem Display zu sehen. Es ist ein Beispiel dafür, wie die Technologiebranche das Finanzwesen umkrempeln kann.

Geht es nach den Unternehmen, sollen Nutzer mit allen möglichen Geräten und Gegenständen bezahlen können - Smartphone, Smartwatch und Auto sind nur der Anfang. Die Abwicklung soll möglichst automatisch und im Hintergrund ablaufen. Und natürlich hundertprozentig sicher. Dabei könnte Blockchain helfen, eine Technologie, die die Finanzbranche elektrisiert. Das Beratungsunternehmen Accenture zeigt einige solcher Anwendungsbeispiele.

Internet der Dinge: Sparsam und weit

Seit Jahren reden Unternehmen und Industrieexperten das Internet der Dinge herbei. Es geistern diverse Schätzungen durch die Welt, wie viele Geräte in Zukunft mit dem Internet verbunden sein werden. Die Marktforscher von Gartner gehen beispielsweise von mehr als 20 Milliarden im Jahr 2020 aus. Doch um auf diese Zahlen zu kommen, muss der Markt noch stark wachsen – und nun sieht es so aus, als gäbe es eine Technologie, die das ermöglicht.

Die Telekommunikationsbranche hat einen Funkstandard entwickelt, der es ermöglicht, dass Sensoren jahrelang ihre Daten verschicken, ohne dass Batterien getauscht werden müssen. Gleichzeitig können die Informationen durch dicke Wände dringen und lange Strecken überbrücken. Die Technik mit dem Namen Narrowband IoT (Internet of Things) macht es deswegen attraktiver, Gegenstände zu vernetzten, weil der Aufwand deutlich geringer ist als vorher.

Also werden nun tatsächlich zunehmend Dinge des Alltags vernetzt. Auf der Messe in Barcelona werden neben smarten Fitnesstrackern, Kühlschränken und Waschmaschinen auch Produkte für vernetze Städte zu sehen sein. So stellt der Chiphersteller Infineon eine Straßenlaterne vor, die unter anderem freie Parkplätze meldet und zugleich eine Ladesäule für E-Fahrzeuge ist.

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