Mobile World Congress in Barcelona: Wasserdichte Smartphones und superschnelle Netze

Mobile World Congress in Barcelona
Wasserdichte Smartphones und superschnelle Netze

Telefone mit Spritzschutz, Fahrräder mit digitalem Doppelgänger und kostenloses Internet mit einem Haken: Auf dem Mobile World Congress zeigt die Mobilfunkbranche ihre Neuigkeiten. Was Sie im Blick haben müssen.

BarcelonaEs ist das wichtigste Ereignis des Jahres für die Mobilfunkbranche: Auf dem Mobile World Congress in Barcelona, kurz MWC, zeigen die Unternehmen ihre Neuigkeiten und reden über Trends. Dabei geht es beileibe nicht immer harmonisch zu. Ob Smartphones mit Wärmebildkamera, vernetzte Fahrräder oder superschneller Datenfunk – hier bekommen Sie einen Überblick über die wichtigsten Trends.

Internet der Dinge: Funkende Fahrräder und Flaschen

Dicke Reifen, dicke Feder – und ein dicker Strang Kabel: Dieses Fahrrad ist vernetzt. Zahlreiche Sensoren messen, welchen Belastungen es ausgesetzt ist, und funken die Daten an den Hersteller. Der wiederum kann auswerten, welche Teile schnell verschleißen und gleich einen Reparaturservice anbieten.

Mit diesem Prototypen will die US-Firma PTC zeigen, welche Vorzüge das Internet der Dinge hat, also die Vernetzung von Gegenständen. Es ist eines der Hype-Themen in der Technologiebranche. Nach einer Prognose des Analystenhauses Gartner werden bis Ende des Jahres 6,4 Milliarden Geräte mit dem Netz verbunden sein. Das hat zum einen damit zu tun, dass die Technik es ermöglicht – Chips, Sensoren und Funkmodule werden immer billiger und besser. Zum anderen versprechen sich die Anbieter neue Erlösmodelle.

Vernetzen lässt sich im Prinzip alles, von der Flasche über das Fahrrad bis zur Fabrik. Die Entwicklung steht noch am Anfang, doch die Erwartungen sind hoch. Zahlreiche Unternehmen zeigen auf dem MWC, wie es gehen kann: Da sind Gerätehersteller, die Produkte vernetzen. Netzbetreiber, die die Infrastruktur für den Datenaustausch aufbauen. Softwarespezialisten, deren Algorithmen die riesigen Datenmengen analysieren. Und Systemintegratoren, die alles zusammenbringen.

Vernetzung: Internet für alle?

Es dürfte einer der meistbeachteten, aber auch meistdiskutierten Auftritte auf dem MWC sein: Mark Zuckerberg wird wie im Vorjahr auf die große Bühne kommen und aller Voraussicht nach für sein Lieblingsprojekt „Free Basics“ werben. Der Facebook-Chef will damit Menschen in Schwellenländern ohne Internetzugang ermöglichen, einige Anwendungen kostenlos zu verwenden – darunter natürlich Facebook.

Mit diesem Vorhaben stößt der junge Unternehmer jedoch auf massiven Widerstand. Einerseits bei den Netzbetreibern, ohne deren Infrastruktur es nicht geht. Für sie ergibt eine Kooperation mit dem Internetriesen nur Sinn, wenn ausreichend Nutzer sich entschließen, über die „Free Basics“ hinaus einen kostenpflichtigen Vertrag abzuschließen. Andererseits bei den Befürwortern der sogenannten Netzneutralität: Sie fordern den diskriminierungsfreien Zugang zum Internet, ohne dass Facebook oder jemand anders die Inhalte vorgibt. Jüngst hat die Telekommunikationsregulierung in Indien das Projekt verboten.

In Barcelona wird Zuckerberg also weiter überzeugen müssen. Die Auseinandersetzung steht stellvertretend für den Konflikt zwischen Netzbetreibern und Internetkonzernen, der seit Jahren schwelt und auch bei der Messe immer wieder auflodert.

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