Mobiles Bezahlen
Wenn das Gesicht zum Portemonnaie wird

Der Zahlungsdienstleister Paypal will Bargeld und Kreditkarte abschaffen. Mit Experimenten sucht die Ebay-Tochter nach der Formel für das Bezahlen 2.0. Abgerechnet wird sogar per Gesicht.
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BerlinWenn ein Berliner Hipster am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte Latte Macchiato trinken will, muss er dafür künftig nicht mehr das Portemonnaie aus der Gesäßtasche der engen Jeans ziehen. In einem Pilotprojekt führen zwölf Restaurants und Cafés in dem angesagten Kiez das Bezahlen per Smartphone ein – mit Unterstützung des Zahlungsdienstleisters Paypal.

Für das Unternehmen ist es ein Feldversuch von vielen. „Man muss auf breiter Front experimentieren“, sagt Deutschland-Chef Arnulf Keese in Gespräch mit Handelsblatt Online. Das mobile Bezahlen ist derzeit zwar nur etwas für die digitale Avantgarde. Doch je mehr Menschen ein Smartphone in der Tasche haben, desto häufiger wird der kleine Alleskönner auch Bargeld und Kreditkarte ersetzen. Für diese Zukunft will sich die Ebay-Tochter rüsten – und damit ihre üppigen Gewinne sichern.

In dem Projekt am Rosenthaler Platz experimentiert Paypal mit einem sogenannten Check-In: Der Nutzer sieht in der Smartphone-App des Unternehmens, welche Restaurants in der Nähe das System unterstützen. In der Software gibt er auch an, wenn er ein Geschäft betritt. Das Personal bekommt dann das Foto des Nutzers auf einem Tablet-Computer eingeblendet – und kann die Einkäufe an der Kasse mit einem Fingerzeig bestätigen. Das Geld wird dann automatisch beim Käufer abgebucht. Partner bei dem Projekt ist Orderbird, ein Anbieter von iPad-Kassensystemen für die Gastronomie.

Pilotprojekte rund ums mobile Bezahlen gibt es auch in anderen Städten. In Oldenburg haben 32 Händler die Produkte im Schaufenster mit QR-Codes versehen – so können bummelnde Passanten nach Ladenschluss per Smartphone bestellen. Gerade in Deutschland seien die Pixelquadrate beliebt, sagt Keese: „Das ist eine Brückentechnologie, die man anfassen und auch in Zeitungen und Magazinen nutzen kann.“

Dagegen zögert Paypal noch mit der Einführung eines Aufsteck-Gerätes, das Händlern erlaubt, Smartphones und Tablets zur Kasse aufzurüsten. In den USA ist das System Here bereits auf dem Markt, in Großbritannien testet das Unternehmen ein Lesegerät für Karten mit Chip, die in Europa zum Einsatz kommen. Kunden können damit ihre Rechnung mit der Kreditkarte direkt auf dem Smartphone des Kellners bezahlen. Ob Here auch in Deutschland herauskommt, lässt Keese offen. Die Deutschen gelten als Kartenmuffel.

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Konkurrenz mit Google und den Kreditkarten-Riesen

Kommentare zu " Mobiles Bezahlen: Wenn das Gesicht zum Portemonnaie wird"

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  • "Wie wär´s mit nem implantierten Transponder oder nem tätowierten Barcode? "

    Wo leben Sie?
    Machen die Leute doch alles freiwillig schon mit, man muß nur noch zugreifen.

  • Wie wär´s mit nem implantierten Transponder oder nem tätowierten Barcode?

  • "Ich mag Paypal und nutze es fast immer. "

    Jep, ich auch. Schnell unkompliziert und mindestens genauso "sicher" wie eine Bank.
    Selbst schuld wenn die verpennten deutschen Banken selbst nichts erfinden was ähnlich ist.
    Wer den Pfennig nicht ehrt, ist so wie man das Micropayment nicht ehrt ...
    Sollen se halt weiterschlafen, Hauptsache man verkauft Versicherungen *lol*

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