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Mobiles Internet: Google und Microsoft verlieren erstes Gefecht

Die beiden Technologie-Konzerne Google und Microsoft patzen bei ihren Ergebnissen. Die Anleger sind enttäuscht. Im Ringen mit dem allgegenwärtigen Gegner Apple haben sie sich in fremden Geschäftsfeldern verzettelt.

Der Internet-Konzern gab seine Quartalsergebnisse verfrüht heraus. Quelle: AFP
Der Internet-Konzern gab seine Quartalsergebnisse verfrüht heraus. Quelle: AFP

San FranciscoGoogle und Microsoft haben beide mit ihren Ergebnissen enttäuscht. Die Gründe sind zwar unterschiedlich, aber die Lektion ist dieselbe: Mische dich nicht in Bereiche ein, von denen du nichts verstehst. Gemeint ist die Hardwareproduktion. Aber beide werden vor der Drohkulisse des übermächtigen Gegners Apple diese Lektion ignorieren. Sie wollen lieber eine Schlacht verlieren, um am Ende den Krieg um das mobile Internet zu gewinnen. Eine Gratwanderung mit möglicherweise fatalem Ausgang.

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Google lernt gerade schmerzhaft die Lektion wie schwer es ist, als Software- und Service-Unternehmen eine Hardware-Sparte zu führen. Motorola Mobility, mit einem Verlust von 527 Millionen Dollar im dritten Quartal, riss nicht nur das gesamte Quartalsergebnis des Konzerns in die Tiefe, sondern die Aktie gleich mit.

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Der Internetkonzern hat am Donnerstag früher als erwartet Geschäftszahlen vorgelegt.

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Obwohl sich das Kerngeschäft rund um die Suchmaschine trotz gesamtwirtschaftlicher Probleme verhältnismäßig stabil zeigt, reichen die Probleme der 12-Milliarden-Dollar-Akquisition aus, Analysten und Anleger zu verunsichern.

Motorola könnte auf Dauer zum Milliardengrab werden und am Ende noch in einer gigantischen Abschreibung enden. Selbst wenn die Sanierung irgendwann abgeschlossen ist, wird Motorola noch lange nicht zum Erfolg. Bei Smartphones mit Googles Betriebssystem Android – und um die geht es hier – verdient derzeit nur einer, und das ist der koreanische Gigant Samsung.

Googles wichtigste Geschäfte

  • Suche

    Die Suchmaschine ist Googles Herz. Gut 90 Prozent von Umsatz und Gewinn werden hier generiert. Zusammen mit Google Maps besteht ein fast uneinholbarer Vorsprung zu den Wettbewerbern. Die Masse der Forschung wird auf die Suche konzentriert.

  • Android

    Googles Betriebssystem Android hat sich auf dem Mobilfunkmarkt durchgesetzt. Es ist die Eintrittskarte in den mobilen Internetmarkt, die lokale Suche und das Geschäft mit Software, Apps und Medien. Damit ist Android die Versicherung für die Zukunft. Problem: Massiver Beschuss durch Patentklagen. Hier droht eine echte Gefahr.

  • Google Apps/G-Mail

    Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandsteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

  • Google+

    Zum Leben verdammt: Der Spätstarter im Social-Networking-Bereich ist die letzte Chance, dem Giganten Facebook Paroli zu bieten.

  • Cloud-Computing

    Rechen- und Speicherleistung im Internet ist das Herzstück vieler Google-Dienste und eine vielversprechende Erweiterung in den Geschäftskundenbereich. Google kann dort seine Stärken ausspielen.

  • Motorola

    Mit der Übernahme von Motorola ist Google 2012 ist die Hardware-Produktion eingestiegen. Bislang belastet die Sparte allerdings die Bilanz mit Verlusten.

  • Chrome OS

    Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Auf ihn ist Google auf Gedeih und Verderb angewiesen. Samsung anzugreifen und zu schwächen hieße gleichzeitig Apple zu stärken. Motorola nur als mittelmäßigen Nischenanbieter dahin dümpeln zu lassen, hieße einen Verlustbringer auf Dauer zu etablieren.

Microsoft startet kommende Woche nicht nur den Hoffnungsträger Windows 8, sondern auch den Verkauf seines eigenen Tablet-PC Surface, sowohl mit Intel-Prozessor als auch dem konkurrierenden ARM-Prozessor. Dabei gibt es genug Beispiele, die Vorstandschef Steve Ballmer hätten warnen können.

  • 19.10.2012, 23:12 UhrGuckstDuHier

    Siehe bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Foxconn
    HTC und LG sind (anscheinend) nicht dabei, die restlichen sindd aber ebenfalls sehr interessant:
    Zur Zeit sind folgende Unternehmen Großkunde bei Foxconn:
    Acer (Taiwan)
    Amazon.com (USA)
    Apple Inc. (USA)
    Cisco (USA)
    Dell (USA)
    Hewlett-Packard (USA)
    Intel (USA)
    Microsoft (USA)
    Motorola Mobility (USA)
    Nintendo (Japan)
    Nokia (Finnland)
    Sony (Japan)
    Toshiba (Japan)
    Vizio (USA)

  • 19.10.2012, 21:09 UhrA.Postinett

    @EuroTanic: Danke für die Anregung. Ich werde mal mit meinen Kollegen in Asien sprechen, vielleicht kann man da eine schöne Geschichte draus machen. Auch vor dem Hintergrund, dass immer noch Arbeitsplätze aus den USA nach China und zunehmend Vietnam und Kambodsche verlagert werden.

  • 19.10.2012, 17:30 UhrEuroTanic

    Handhelds und Internet gehören zur modernen "Brot&Spiele" Ablenkung der tumben Bevölkerung. Was hat das Internet, oder was hat irgendein Mobilfunkgerät der Menschheit gebracht? NICHTS. Im Gegenteil. Ich bin kein Technikhasser, aber unsere Ressourcen können für sinnvollere Dinge verwendet werden als den diditalen Müll zur Beschäftigung von Millidioten.

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