Mobilfunk-Betreiber O2 als exklusiver Partner
Apple und Motorola starten iPod-Handy

Apple Computer bringt gemeinsam mit Motorola das erste Mobiltelefon auf den Markt, das auch Musik aus dem Apple-eigenen Online-Musikshop „iTunes“ abspielen kann. Damit versucht Steve Jobs, die Erfolgsgeschichte des „iPod“ auf den Mobilfunksektor zu übertragen.

LONDON/DÜSSELDORF. Der „Motorola Rokr“, den Jobs gestern Abend in San Francisco und per Live-Schaltung in London vorgestellt hat, gilt aber lediglich als Zwischenschritt hin zu einem eigenen Apple-„iPhone“, das Marktbeobachter wie Gene Munster, Analyst bei Piper Jaffray, für längst überfällig halten. Es sei nicht sinnvoll, die Technologie an andere zu liefern, da Apple den Großteil des Gewinns aus Hardware-Verkäufen und nicht aus Musikverkäufen erziele. Noch jedoch fehlt Apple offenbar das Know-how, um den iPod selber zum Mobilfunktelefon aufzurüsten.

Der Rokr soll in den USA exklusiv vom Mobilfunkanbieter Cingular und in Großbritannien von O2 vertrieben werden. O2 wird das Gerät nach Angaben eines Firmensprechers nur an Vertragskunden subventioniert verkaufen. Das Handy wird wie der iPod an den Computer angeschlossen, um mit Hilfe der Software iTunes Musik herunterzuladen. Downloads über Mobilfunk seien nicht vorgesehen. Hier liegt nach Meinung von Analysten ein Problem der Kooperation: Das Gerät ist kaum attraktiv für Mobilfunkbetreiber, solange sie keine Einnahmen aus eigenen Musikverkäufen erzielen können.

Bildergalerie: Apple Nano und Motorola Rokr

Hintergrund für die Öffnung des Apple-Musikshops und der dazu gehörenden Technologie für Dritte ist die zunehmende Beliebtheit von Mobiltelefonen als Musikspieler bei Jugendlichen. Gleichzeitig nimmt die Konkurrenz durch Musikshops mit der Technik des Konkurrenten Microsoft dramatisch zu. Die Windows Mobile Technologie bildet laut Microsoft die Basis für über 70 musikfähige Telefone von 41 Herstellern. Unter den Microsoft-getriebenen Online-Musikläden ist auch der deutsche Marktführer Musicload von T-Online mit über acht Mill. verkauften Liedern seit Januar. Weltweit führt Apples iTunes die Rangliste an. In Großbritannien etwa hält iTunes nach eigenen Angaben rund 80 Prozent Marktanteil, in den USA 82 Prozent. Laut Nielsen Soundscan kaufen US-Bürger 160 Mill. Lieder jährlich online.

Apple hatte bislang alle Drittanbieter aus seinem iTunes-Shop ferngehalten. Schließlich erzielt der Computerhersteller aus Cupertino inzwischen den Großteil seines Gewinns aus dem Verkauf des kultigen Musikspielers iPod. Lediglich Hewlett-Packard vertreibt mit mäßigem Erfolg iTunes-fähige Musikspieler unter eigener Marke, muss aber Original-Apple-Hardware verkaufen.

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