Mobilfunk
Gewinne von KPN brechen ein

Das niederländische Telekom-Unternehmen KPN hat auf seinem Heimatmarkt mit seinem Kerngeschäft empfindliche Einbußen hinnehmen müssen. Ob sich die hohen Investitionen in die neue Übertragungstechnologie 4G rechnen?
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BrüsselEin Gewinneinbruch in seinem heimischen Mobilfunk-Geschäft hat dem niederländischen Telekom-Unternehmen KPN ein Loch in die Bilanz gerissen. Im Kerngeschäft mit Handy-Kunden auf seinem Heimatmarkt verdiente KPN nach Angaben vom Freitag 60 Prozent weniger als vor einem Jahr, weil das Leasing von Telefonen auslief und sich viele Kunden für einen Vertrag mit SIM-Karte, aber ohne Mobiltelefon entschieden. Hohe Investitionen in die neue Übertragungstechnologie 4G lockten zwar einige Neukunden an, konnten aber das Blatt nicht wenden.

Der Geschäftskunden-Sparte erging es kaum besser. Hier fiel der Gewinn im Kerngeschäft um ein Viertel, weil viele Firmenkunden angesichts der lahmen Wirtschaft ihre Telefonausgaben genau im Auge behielten. Aufwärts dagegen ging es in der Festnetz-Sparte: Der Gewinn kletterte hier um gut ein Fünftel, weil KPN seine Kunden zunehmend zur gleichzeitigen Nutzung mehrerer Dienste bewegen konnte. Insgesamt fiel der Gewinn im Kerngeschäft bereinigt um Restrukturierungskosten bei einem Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro um 21 Prozent auf 621 Millionen Euro. Branchenexperten hatten KPN etwas mehr zugetraut.

KPN verkauft seine deutsche Tochter E-Plus derzeit an den spanischen Rivalen Telefonica. An KPN ist auch der mexikanische Milliardär Carlos Slim beteiligt, der sich mit der Telekom Austria zuletzt erstmals die Kontrolle über eine europäische Telekom-Firma gesichert hat. Slims Übernahmeversuch von KPN scheiterte im vergangenen Jahr am Widerstand der Niederländer. Dennoch will America Movil einen Anteil von mindestens 20 Prozent an KPN behalten, um Mitbestimmungsrechte bei dem Unternehmen abzusichern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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