Mobilfunk: Harter Wettbewerb setzt Telefonica zu

Mobilfunk
Harter Wettbewerb setzt Telefonica zu

Der Umsatz von Telefonica Deutschland sinkt um ein Prozent. Der harte Preiskampf im Mobilfunk und die Abwanderung von DSL-Kunden machen dem Unternehmen zu schaffen. Einen Ausblick gibt die Firma weiterhin nicht.
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FrankfurtDer harte Preiskampf im Mobilfunk und die Abwanderung von DSL-Kunden machen Telefonica Deutschland zum Jahresauftakt zu schaffen. Das operative Ergebnis sei im ersten Quartal um ein Prozent auf 278 Millionen Euro gefallen, teilte das unter der Marke o2 bekannte Unternehmen aus München am Freitag mit. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro. "Das Jahr 2013 zeichnet sich durch eine besondere Marktdynamik aus", sagte Finanzchefin Rachel Empey. Einen Ausblick für das laufende Jahr gibt die Firma weiterhin nicht.

Der deutsche Mobilfunkmarkt ist in Bewegung, nachdem Rivale E-Plus 2012 mit einer Tarifsenkung eine neue Runde im Preiskrieg eingeläutet hatte. Zudem steckt die KPN -Tochter wesentlich mehr Geld ins Markting. Die Offensive hat E-Plus in den ersten drei Monaten einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Der Preiskrieg kommt für die gesamte Branche zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da die Unternehmen wegen der rasenden Verbreitung von Internet-fähigen Telefonen gleichzeitig viel Geld in den Ausbau ihrer Mobilfunknetze stecken. Dank des Smartphone-Booms lockte o2 aber reichlich neue Kunden: Ihre Zahl stieg im ersten Quartal um vier Prozent auf 19,3 Millionen.

Nicht in den Griff bekam Telefonica das Festnetzgeschäft - hier sank im ersten Jahresviertel die Zahl der Abonnenten um acht Prozent auf gut 2,3 Millionen. An einen Verkauf denkt Telefonica Deutschland aber nicht, wie Strategievorstand Markus Haas Anfang der Woche zu Reuters sagte: "Es ist für uns sehr wichtig, auf dem Markt als Vollsortimenter aufzutreten, um insbesondere profitable Kunden zu gewinnen und an uns zu binden." Nutzer, die von der Telekom oder Vodafone zu Telefonica wechselten, seien es gewohnt, ein Komplettangebot an Festnetz- und Mobilfunkdiensten zu bekommen. Telefonica war 2009 eingestiegen und hatte den Anbieter Hansenet - damals bekannt für die Marke "Alice" - gekauft. Gegen die preisaggressiven Kabelanbieter und die Marketingmacht der Telekom hat das Unternehmen aber kein Rezept gefunden.

Telefonica Deutschland hatte vor einem halben Jahr sein Börsendebüt gefeiert und damit 1,5 Milliarden Euro eingenommen. Der Mutterkonzern Telefonica senkte mit den Einnahmen seine Schulden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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