Mobilfunk-Joint-Venture: Verizon liebäugelt mit Vodafone-Anteil

Mobilfunk-Joint-Venture
Verizon liebäugelt mit Vodafone-Anteil

Seit der Jahrtausendwende besteht das Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless von Vodafone und Verizon. Nun spielt der US-Telefonriese Pläne für einen Kauf des Vodafone-Anteils durch. Die Summe dafür wäre gigantisch.
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LondonEs wäre einer der größten Unternehmens-Deals aller Zeiten: Der US-Telefonriese Verizon Communications liebäugelt damit, Partner Vodafone beim US-Mobilfunk-Primus Verizon Wireless herauszukaufen. "Ich denke, das wäre machbar", sagte Vorstandschef Lowell McAdam dem "Wall Street Journal". Sein Unternehmen könnte den 45-prozentigen Anteil von Vodafone direkt kaufen, habe aber darüber hinaus aber noch viele andere Optionen. "Wir haben immer gesagt, dass es uns gefallen würde, das gesamte Geschäft zu besitzen."

Die Amerikaner betreiben das Joint-Venture mit den Briten seit 2000. Mit knapp 96 Millionen Handy-Kunden und einem Jahresumsatz von 70 Milliarden Dollar ist Verizon Wireless der größte Mobilfunk-Anbieter in den Vereinigten Staaten. Die Summe, die Verizon Communications für die Alleinherrschaft hinlegen müsste, wäre gigantisch. Analysten taxieren das Vodafone-Paket mit 121 Milliarden Dollar - Verizon Wireless insgesamt wäre damit 270 Milliarden Dollar wert.

Vodafone-Anleger reagierten verzückt auf die Möglichkeit eines solchen Geldregens: Die Titel stiegen am Dienstag an der Londoner Börse um 2,6 Prozent und lagen damit an der Spitze der Gewinnerliste des britischen Leitindex.

Analysten bremsten diese Euphorie jedoch und wiesen darauf hin, dass sich die Verhandlungen - falls es überhaupt dazu kommt - lang und komplex gestalten könnten. "Das ist eine interessante Eröffnungssalve des Chefs", sagte Analyst Will Draper von der Investmentbank Espirito Santo. "Jedoch glauben wir nicht, dass Vodafone derzeit zu einem Verkauf bereit ist." Verizon Wireless erwirtschafte die Hälfte des Vodafone-Gewinns und sei einer der wenigen Wachstumsmotoren im Unternehmen. Der Kaufpreis müsste schon sehr überzeugend sein und es sei fraglich, ob die US-Mutter genügend Geld auf der hohen Kante habe, sagte er.

Des Geldes wegen gab es zwischen den beiden Telekom-Konzernen schon öfter Ärger. Der britische Mobilfunkriese musste seinen Partner beispielsweise erst jahrelang beknien, bevor eine Dividende für das hochprofitabel Mobilfunkgeschäft ausgeschüttet wurde.

 

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