Mobilfunk-Konzern wird feilgeboten
Vodafone liebäugelt mit Großeinkauf in Indien

Indien ist einer der am schnellsten wachsenden Mobilfunk-Märkte der Welt. Kein Wunder, dass auch Vodafone aufmerksam wird, wenn der viertgrößte indische Mobilfunk-Anbieter Hutchison Essar zum Verkauf steht. Doch die Konkurrenz ist groß. Nationale Konkurrenten interessieren sich ebenso wie internationale Konzerne für den Türöffner zum Subkontinent.

dih LONDON. Medienberichten zufolge will sich der britische Konzern im Laufe des Tages entscheiden, ob er ein Angebot im Wert von mehr als 13,5 Mrd. Dollar vorlegt. Der indische Branchenzweite Reliance Communications bereitet zusammen mit dem Finanzinvestor Blackstone ebenfalls ein Angebot vor. Auch die malaysische Maxis-Gruppe ist indischen Zeitungen zufolge ernsthaft interessiert.

Hutchison Essar ist der viertgrößte Mobilfunknetzbetreiber in Indien mit einem Marktanteil von rund 16 Prozent. In Indien telefonieren bereits 143 Millionen Menschen mobil, doch das Wachstumspotenzial bleibt enorm: In dem riesigen Land hat erst jeder sechste überhaupt ein Telefon. Allein im November gewann die Branche 5 Millionen neue Kunden, auf Hutchison Essar entfielen davon mehr als 1 Million.

Das Unternehmen ist auf dem Markt, weil sich der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa von Telekom-Beteiligungen trennen will. Er hält 67 Prozent an dem indischen Unternehmen, der lokale Partner Essar den Rest. Mit der bisherigen Höhe der Angebote scheinen die Hongkonger allerdings unzufrieden. Analysten zufolge würde allerdings ein Angebot von 14 Mrd. Dollar den viertgrößten Anbieter bereits gemessen am Gewinn um rund ein Viertel höher bewerten als den Branchenführer Bharti Airtel. An diesem ist Vodafone seit Oktober 2005 mit 10 Prozent beteiligt.

Nach indischem Recht dürfen ausländische Konzerne nicht mit mehr als 74 Prozent an einem indischen Mobilfunker beteiligt sein. Vodafone müsste also bei einer Übernahme einen Teil von Hutchison Essar weiter reichen. Dafür gäbe es eine Reihe von Alternativen: Zum einen könnte Essar seinen Anteil an dem Unternehmen behalten. Zum anderen käme ein gemeinsames Gebot mit dem Partner Bharti in Frage, doch der ist daran offenbar nicht interessiert.

Ein Vodafone-Sprecher wollte sich zu dem Thema am Donnerstag nicht äußern. Er bestätigte nur, dass der Konzern weiterhin daran interessiert ist, sich in stark wachsenden Schwellenländern zu verstärken. Vodafone hat zuletzt unter anderem den türkischen Anbieter Telsim gekauft. Der „Financial Times“ zufolge berät am heutigen Donnerstag der Verwaltungsrat von Vodafone über das Angebot. Hutchison-Whampoa-Chef Canning Fok und der Vize-Chairman von Essar, Ravi Ruia, würden am Freitag zu Gesprächen in London erwartet.

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