Mobilfunk-Milliardär
Carlos Slim will Telekom Austria übernehmen

Jetzt ist das Übernahmeangebot offiziell: Der mexikanische Telekom-Riese America Movil will Mehrheitseigner der österreichischen Telekom werden. Spätestens am 10. Juli soll die Entscheidung fallen.
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WienDer mexikanische Milliardär Carlos Slim lässt sich sein Übernahmeangebot für die Telekom Austria bis zu 1,4 Milliarden Euro kosten. Bis 10. Juli bietet der Telekom-Mogul über eine europäische Tochter seines Konzerns America Movil 7,15 Euro für die knapp 198 Millionen ausstehenden Telekom-Aktien, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Angebotsunterlagen hervorgeht. Slim - einer der reichsten Männer der Welt - will America Movil mit dem Engagement in Österreich unabhängiger von seinen Märkten in Südamerika machen. Dafür liebäugelt der Konzern auch mit Zukäufen in Osteuropa, die über die Telekom Austria gesteuert werden sollen. Auch an der niederländischen KPN ist Slim beteiligt.

Der Milliardär hält bereits knapp 27 Prozent der Telekom-Aktien. In einem ersten Schritt will er diese mit den Anteilen des staatlichen Großaktionärs ÖIAG zu einem Paket von rund 55 Prozent bündeln. Dadurch wird nach österreichischem Recht ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre fällig. Dazu zählen nach Reuters-Daten diverse Pensionsfonds und ausländische Investoren wie Dodge & Cox und BlackRock. Sie können ihre Aktien auch während einer Nachfrist von drei Monaten andienen.

Der österreichische Staat hatte sich im Zuge des Aktionärspakts mit Slim weitgehende Mitspracherechte gesichert: Die Holding ÖIAG darf auch künftig den Aufsichtsratschef sowie den Firmenchef der Telekom nominieren. Zudem müssen Firmensitz und die Börsenotiz in Wien erhalten bleiben und der Staat hat Vetorechte bei Kapitalerhöhungen. Die Vereinbarung gilt für zehn Jahre - allerdings nur unter der Bedingung, dass die ÖIAG weiterhin mehr als 25 Prozent am Grundkapital hält. Sollte ihr Paket auf bis zu zehn Prozent schrumpfen, entfallen bestimmte Vetorechte. Bei einem ÖIAG-Anteil von weniger als zehn Prozent gilt der Pakt nicht mehr. Derzeit hält der Staat 28,4 Prozent der Telekom-Aktien.

Die erste gemeinsame strategische Weichenstellung der beiden Großaktionäre dürfte die geplante rund eine Milliarde Euro schwere Kapitalerhöhung sein. Sie soll abhängig vom Marktumfeld im zweiten Halbjahr 2014 oder im ersten Halbjahr 2015 stattfinden, wie aus den Unterlagen hervorgeht. Mit dem Geld will die Telekom zunächst ihre Bonitätsnote absichern und sich für mögliche Zukäufe in Osteuropa rüsten. Die ÖIAG hat angekündigt, bei der Kapitalerhöhung mitzuziehen und zumindest eine Sperrminorität von 25 Prozent und einer Aktie zu behalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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