Mobilfunk
Nokia macht erste Schritte auf Finanzmarkt

Geld versenden, Rechnungen zahlen, Überweisungen tätigen: Nach Plänen von Nokia soll das bald alles mobil möglich sein. Der Konzern steigt in das Geschäft mit Finanzdienstleistungen ein. Warum das vor allem für Schwellenländer interessant sein dürfte.

STOCKHOLM. Der weltgrößte Handy-Hersteller, Nokia aus Finnland, will mit Nokia Money in das Geschäft mit Finanzdienstleistungen einsteigen. Wie der Konzern gestern mitteilte, können Handy-Benutzer vom kommenden Jahr an über ihr Telefon Rechnungen bezahlen, Überweisungen tätigen und Geld versenden.

Nokia arbeitet mit Obopay zusammen, einem US-Unternehmen, an dem sich die Finnen beteiligt haben. Obopay hat in den USA ein System für den elektronischen Zahlungsverkehr aufgebaut. Dort richtet der Kunde ein Konto ein, auf das er einen bestimmten Betrag zahlt. Von diesem Konto werden dann die Überweisungen an den Empfänger getätigt. Für Kunden, die kein Konto besitzen, will Nokia ein weltweites Netz sogenannter Agenten aufbauen, bei denen Geld eingezahlt und abgehoben werden kann.

Der neue Dienst dürfte vor allem für Schwellenländer interessant sein. Nach Nokias Berechnungen gibt es derzeit zwar rund vier Mrd. Handybenutzer, aber nur 1,6 Mrd. Konto-Besitzer.

Nokia ist durch die Smartphone-Konkurrenz von Apple, Google und Blackberry unter Druck geraten und sucht seit geraumer Zeit neue Ertragsbereiche. Erst Anfang der Woche gab das Unternehmen den Einstieg in den PC-Bereich bekannt und präsentierte ein erstes Netbook.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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