Mobilfunk
O2 startet mit neuem Chef und großen Plänen

Der neue O2-Chef Rene Schuster will an die Spitze. Mit einfachen Tarifen und besserem Service will er die Marktführer T-Mobile und Vodafone angreifen und die mobilen Telefonica-Tochter zurück auf die Erfolgsspur bringen. Experten sind skeptisch, dass seine ambitionierten Pläne aufgehen.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Deutschlands kleinster Mobilfunker hat große Pläne. „Unser Ziel ist es, zu den Marktführern zu gehören“, sagt Rene Schuster, seit sechs Wochen Chef von O2. Der Manager will die Zahl der Tarife drastisch reduzieren, den Service erheblich verbessern, sich auf die so genannten Smartphones konzentrieren und damit neue Kunden gewinnen.

O2 bleibt nach Ansicht von Experten in der aktuellen Lage auch nichts anderes übrig, als die Konkurrenz direkt zu attackieren. Denn die Wettbewerber eilen der Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns in der Bundesrepublik davon: O2 liegt gemessen an der Kundenzahl auf dem umkämpften deutschen Markt sowohl hinter den Branchenriesen Telekom und Vodafone, als auch hinter dem ebenfalls kleinen Herausforderer E-Plus auf dem vierten und damit letzten Platz.

Experten reagieren denn auch zurückhaltend auf die Kampfansage von Schuster. „Es ist noch nicht ganz klar, wo das Unternehmen eigentlich hin will“, sagt Dan Bieler vom Marktforscher IDC. Was fehle, sei eine Vision. „Man kann sich auch als Netzbetreiber durchaus von seinen Wettbewerbern unterscheiden – etwa durch Partnerschaften im Content-Bereich“, sagt Bieler.

O2 ist in einer schwierigen Position. Die Firma ist strategisch eingeklemmt zwischen dem Nischenanbieter E-Plus, der die Preisführerschaft übernommen hat, und den beiden Marktführern Vodafone und T-Mobile, die auf hochpreisige Datendienste, neue Geräte und eine exzellente Netzabdeckung setzen.

Doch O2 ist zum Erfolg verdammt. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren zwei Mrd. Euro in das Mobilfunknetz investiert, rechnet Telefonica-Europachef Matthew Key vor. Deswegen sei es nun an der Zeit, die teure Infrastruktur auch auszulasten. Dabei soll unter anderem ein neuer Firmenkundenvertrieb für zusätzliche Umsätze sorgen.

Entscheidend für das Geschäft bleibt jedoch der Umsatz mit Privatkunden. Um sie nicht weiter zu verwirren, hat O2 die Zahl seiner Tarife von 30 auf drei reduziert.

Konkurrent E-Plus gilt in der Branche als Paradebeispiel dafür, wie man als kleiner Herausforderer das Meiste aus dem Mobilfunkgeschäft heraus holt. Die Tochter der niederländischen KPN hat zahlreiche Marken für verschiedene Kundengruppen aufgebaut – etwa Simyo, die nur online zu buchen ist, für die Web affinen Nutzer. Darüber hinaus haben sie mit der Marke Base die erste Flatrate geschaffen, bei der Nutzer zum Festpreis unbegrenzt in alle deutschen Netze telefonieren können.

Seite 1:

O2 startet mit neuem Chef und großen Plänen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%