Mobilfunk
Regulierer zurrt Frequenzauktion fest

Streit um die geplante Mobilfunkauktion: Anfang kommenden Jahre will die Bundesnetzagentur Funkfrequenzen versteigern. Ein wichtiger Schritt. Doch die kleineren Anbieter fürchten, dass sie massiv benachteiligt werden. Jetzt droht E-Plus mit einer Klage, falls die Behörde an ihrem bisherigen Modell festhält.

DÜSSELDORF. Chefregulierer Matthias Kurth will seinen Entwurf für die anstehende Mobilfunkauktion nicht zugunsten der kleinen Anbieter E-Plus und O2 ändern. Das geht aus einem Gespräch zwischen Kurth und E-Plus-Chef Thorsten Dirks hervor, über das E-Plus dem Handelsblatt berichtet hat. Die Bundesnetzagentur will sich zu dem Thema nicht äußern. Sie verweist darauf, dass eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist. Am 12. Oktober berät der Beirat der Behörde über Kurths Vorschlag. E-Plus droht mit einer Klage, falls er Kurth folgt.

Die für Anfang kommenden Jahres geplante Auktion wird die größte Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen sein, die es in Deutschland je gab. Sie entscheidet über die Wettbewerbsaussichten der kommenden zwanzig Jahre.

Die Rahmenbedingungen der Auktion sind von großer Bedeutung. Die beiden kleinen Anbieter haben sich für deutliche Vorzugsrechte stark gemacht. Damit wollten sie ihren historischen Nachteil ausgleichen. Der bestehe darin, dass sie im Vergleich zu den beiden Großen T-Mobile und Vodafone später an den Markt gegangen seien und weniger attraktive Frequenzen zugeteilt bekommen hätten.

Die Kleinen haben sich deshalb dafür eingesetzt, dass die Großen entweder einen Teil ihrer reichweitenstarken Frequenzen an die Konkurrenten abtreten oder dass sie in der Auktion weniger als von Kurth vorgesehen von den neuen, ähnlich attraktiven Frequenzen ersteigern dürfen. Dieser Forderung will Kurth nach Angaben von E-Plus nicht erfüllen. Er bleibe in dem Punkt bei seinem ursprünglichen Auktionsentwurf.

E-Plus kritisiert darüber hinaus einen zweiten Punkt. Anders als von der Europäischen Union gefordert, sieht Kurths Vorschlag nicht vor, dass die bereits heute genutzten reichweitenstarken Frequenzen künftig nicht mehr nur für Sprache, sondern auch für mobile Daten genutzt werden können. Im Fachjargon heißt das Refarming.

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