Mobilfunk
T-Mobile-Netz zusammengebrochen

Auf dem Display war nur noch der Hinweis „Kein Netz“ und „Anruf fehlgeschlagen“ zu sehen: Das Mobilfunknetz der Deutschen Telekom ist am Dienstag in weiten Teilen Deutschlands ausgefallen. Mittlerweile hat der Anbieter den Fehler lokalisiert, bis das Netz vollständig wiederhergestellt ist, wird es aber noch einige Stunden dauern.

HB BONN. Mio. T-Mobile-Handykunden mussten am Dienstag in weiten Teilen Deutschlands mindestens drei Stunden lang auf mobiles Telefonieren verzichten. Grund war der Ausfall von zwei Zentralcomputern. Am Abend wurden die Systeme wieder hochgefahren. Die Telekom ging davon aus, dass nach der Wiederinbetriebnahme der Rechner noch einige Stunden vergehen würden, bis alle Kunden wieder telefonieren könnten. Die Ursache für die Ausfälle war zunächst unklar. Auch, wie viele Kunden betroffen waren, wurde nicht bekannt.

Seit 19 Uhr liefen die für die Störungen verantwortlichen Computer wieder, sagte ein Telekom-Sprecher am Dienstagabend in Bonn. Seit 16 Uhr waren die Störungen aufgetreten. Verursacht hatte die Panne der Ausfall von zwei der drei sogenannten Home-Location-Register Server. Auf ihnen lagern die Kundendaten. Die Server sind für die Zuordnung der Telefonnummern zu den Mobilfunkgeräten zuständig.

Noch sei unklar, warum die Rechner ausfielen. Dies solle nun untersucht werden, sagte der Sprecher. Er bat die Kunden um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten. Es sei ihm nicht bekannt, ob es in der Vergangenheit schon einmal einen so großen Ausfall gab. Wie viele der insgesamt knapp 40 Mio. T-Mobile-Kunden von den bundesweiten Störungen betroffen waren, sei noch nicht bekannt, Branchenkenner sprachen jedoch von Millionen.

Kunden konnten nicht telefonieren oder mit ihrem Handy im Internet surfen. Auch Textnachrichten konnten nicht versendet oder empfangen werden. Zunächst war unklar, welche Gebiete genau betroffen waren.

Keine unmittelbaren Auswirkungen hatten die Probleme im D-1-Netz auf die Regierungstätigkeit in der Hauptstadt. „Die Kanzlerin ist jederzeit erreichbar“, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Wenn es ein technisches Problem gebe, werde schnellstmöglich eine Ersatzlösung gefunden. Die Kanzlerin lässt sich über Vorgänge gern per SMS auf dem Laufenden halten. Welches Handy-Netz die Regierungschefin benutzt, konnte der Sprecher nicht sagen.

Rund 40 Mio. Menschen in Deutschland telefonieren mit ihrem Handy über T-Mobile. Die Mobilfunk-Sparte der Deutschen Telekom AG ist Marktführer und ging 1993 unter dem Namen DeTeMobil an den Markt. Das Unternehmen mit Sitz in Bonn hat knapp 5400 Mitarbeiter und ist als hundertprozentige Tochter der T-Mobile International AG organisiert.

Telekom-Konkurrent Vodafone war von dem Ausfall im Mobilfunk- Netz der Deutschen Telekom nicht direkt betroffen. „Bei uns läuft alles rund“, sagte Sprecher Jens Kürten am Dienstagabend in Düsseldorf. Allerdings konnten auch Vodafone-Kunden nicht mehr mit T- Mobile- Kunden telefonieren. Vodafone hat 36 Mio. Mobilfunk- Kunden in Deutschland. Auch der Festnetzanbieter Arcor in Frankfurt, der etwa drei Mio. Kunden zählt und mit Vodafone verschmolzen wird, hat nach eigenen Angaben keine Probleme im eigenen Netz.

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